Donnerstag, 29. September 2016

Sag zum Abschied leise Servus

So, das war's. Vor kurzem sind wir am Logan Airport in Boston angekommen und haben damit diesen wunderbaren Lebensabschnitt hinter uns gelassen. Wahnsinn, wie schnell das jetzt letztendlich gegangen ist!
Zusammengefasst kann man sagen, dass das einer der besten Sommer unseres bisherigen Lebens war. Es war eine schöne Zeit, in der wir drei uns mal ganz aufeinander konzentrieren konnten (fast wie eine zweite Elternzeit), es war aber auch eine spannende Zeit mit vielen neuen Eindrücken und viel Erlebtem. Vieles davon haben wir ja auch in diesem Blog dokumentiert, der insbesondere auch uns selber in Zukunft als eine Art detaillierteres Photo-Album dienen und uns helfen wird, sich so gut wie möglich an unseren Sommer in Neuengland zu erinnern. Mehr will ich jetzt auch gar nicht schreiben, weil ich sonst nur wieder die abgedroschene Floskel vom lachenden und weinenden Auge bemühen müsste, und weil gegenwärtig auf jeden Fall das weinende Auge überwiegt. Als wir von Anzing hierher aufgebrochen waren, wussten wir ja, dass wir nach ein paar Monaten zurück kehren werden - wann (oder sogar ob?) wir je wieder nach Northampton/Amherst kommen, ist da schon deutlich fraglicher. Versuchen werden wir's aber auf jeden Fall!

Unser Flug war ursprünglich terminiert für 17:50, ist aber auf 19:00-19:30 verspätet - laut flightradar24 ist die Maschine, die gerade aus Düsseldorf anreist, gegenwärtig noch irgendwo über der Wildnis des östlichen Kanadas in der Luft... Unser Anschlussflug in Düsseldorf morgen früh ist für 8:20 angesetzt. Ich hoffe, den schaffen wir, der nächste geht nämlich erst um 10:20. Aber normalerweise holen die Flieger ostwärts ja wieder einige Zeit rein. Drückt uns die Daumen!

Die Sandi packt fleißig ein, die Anna turnt wie so oft im Auto herum.
Am Flughafen.

Montag, 26. September 2016

Happy Birthday, Sandi!

Das könnte durchaus einer der letzten Blogeinträge vor der eigentlichen Heimreise sein, weil, wie schon erwähnt, im Grunde mit heute nur noch drei normale Arbeitstage auf dem Programm stehen, die nebenbei mit Packen und Abreise-Vorbereitung garniert werden. Am Donnerstag werden wir dann gegen Mittag in Richtung Boston aufbrechen, um weder mit dem Verkehr auf der I-90, noch der Rückgabe des Mietwagens oder einem anderen möglichen Stolperstein Stress zu erzeugen. Und wie ich bereits herausgefunden habe, gibt es am Bostoner Logan Airport in jedem Terminal einen sog. Kidport, also einen Spielplatz für kleinere Kinder. Da soll sich dann die Anna nochmal so richtig austoben, damit sie den Nachtflug weitestgehend verschläft. So ist zumindest der Plan... ;)

Worum geht's dann im heutigen Blogbeitrag? Natürlich um den Geburtstag von der Sandi, die heute zum ersten Mal einen Geburtstag feiert, über dessen Jahreszahl man nicht mehr spricht. ;) Heute Abend werden wir dazu noch schön Essen gehen. Ansonsten ist es aber gar nicht verkehrt nach 2 Jahren des Dauerfeierns (mein 30er, Annas Geburt, Sandis 30er, Annas Taufe, standesamtliche Hochzeit, Annas 1. Geburtstag, kirchliche Hochzeit) mal wieder einen Gang zurück zu schalten.

Die Anna würde so gerne die Kerze ausblasen.

Sonntag, 25. September 2016

Ausflug zum Old Sturbridge Village

Schon seit kurz nach unserer Ankunft war klar: Am Sonntag, den 25.09. fahren wir nach Sturbridge, eine knapp 10.000 Einwohner zählende Kleinstadt, gelegen irgendwo zwischen Northampton und Boston. Warum? Weil dort die Big MOE statt finden sollte - die Massachusetts Outdoor Exposition. Dabei handelt es sich um eine seit genau 20 Jahren existierende Outdoor-Messe, die vor allem Kindern die Natur und das Leben in und mit ihr näher bringen soll. So gibt es dort üblicherweise Stände, an denen junge und alte Interessenten lernen können, wie man Vogelhäuser baut, wie man Tomahawks wirft, wie man ein Zelt aufbaut, wie man mit Spinn- und Fliegenrute angelt, wie man geocacht oder wie Wildfleisch schmeckt. Und es wäre nicht Amerika, wenn es nicht auch mehrere Schießstände gäbe, wo man vom Jagdbogen über Luft- und Kleinkalibergewehre bis hin zur Schrotflinte (auf Tontauben) verschiedenste auf der Jagd verwendbare Schusswaffen probeschießen könnte - eine verpflichtende Sicherheitseinweisung natürlich vorausgesetzt. Und das Beste: Weil es bei der Big Moe wirklich um Idealismus geht, darum die nächste Generation fürs Outdoor-Leben zu begeistern, ist das alles vollkommen kostenlos.

So toll das alles klingt - Satz mit X, das war wohl nix. Als ich mir gestern die Wegbeschreibung im Netz anschauen wollte, stand auf der Homepage der Veranstaltung nur "2016 Massachusetts Outdoor Exposition Sunday September 25th, 2016 Has Been Cancelled." Grund dafür ist wohl, dass die ehrenamtlichen Veranstalter Probleme hatten, eine Haftpflichtversicherung für die Mitarbeiter des Events zu finden, die auch wirklich jede Eventualität abgedeckt hätte. So ein Mist - seit Monaten hatte ich mich auf dieses uramerikanische Erlebnis gefreut. :(

Aber irgendwas muss man mit seinem letzten Sonntag ja anfangen... Und zufälligerweise beherbergt Sturbridge nicht nur die einmal im Jahr die Big Moe, sondern dauerhaft eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Neuenglands: das Freilichtmuseum Old Sturbridge Village. Wie schon das von der Sandi beschriebene Hancock Shaker Village ist auch Old Sturbridge Village vergleichbar mit unserem Glentleiten-Museum, wobei das OSV, wie es die Amis nennen, freilich wesentlich größer ist, als das Shaker-Dorf. Motiv des OSV ist es, ein typisch neuenglisches Dorf aus den 1830er Jahren nachzumodellieren. Das wird sogar von angestellten Schauspielern unterstützt, die in den einzelnen Häusern den Besuchern das damalige Leben vorleben bzw. relativ realistisch ihrem Tagwerk nachgehen. Als Fans solcher Museen hat es uns jedenfalls sehr gefallen, und ich persönlich fand es sogar besser als den Mystic Seaport und auf jeden Fall mindestens so gut wie Glentleiten. Gut 4 Stunden sind wir durch das Dorf geschlendert und haben sicher nicht alles angeschaut bzw. nicht jede mögliche Vorführung mitgenommen. Das hat diesen letzten Ausflugstag auf jeden Fall einwandfrei gerettet, vor allem weil auch das Wetter wie gestern schon durch ein angenehmes Herbsthoch geprägt war. 
Der Hauptplatz mit Kirche und Postkutsche ist nur ein kleiner Teil des Museums.
Überall führen Schauspieler ihr Tagwerk vor. Und die Viecher sind meist sogar zurück gezüchtete alte Rassen.
Teilweise darf man in den Häusern sogar berühren und ausprobieren. Sandi testet das mit Stoh gefüllte Bett.
Die Anna hat mehr Spaß im Garten.
Besonders spannend: Live-Vorführung einer Muskete, wie sie die damaligen Milizionäre alle führen mussten.
Und so sahen Brillen vor gut 250 Jahren aus.
Ab jetzt läuft quasi der Countdown. Noch 3 normale Tage, dann beginnt die Heimreise - mit lachendem, definitiv aber auch weinendem Auge...

Samstag, 24. September 2016

Zwei-Flüsse-Tag

Bevor es kommenden Donnerstag wieder nach Deutschland zurück geht, wollten wir es Fischerei-technisch noch einmal richtig krachen lassen. Also haben wir sowohl gestern (Freitag) als auch heute (Samstag) jeweils einen Familienausflug zum Swift River gemacht. Sandi und ich in der Wathose, Anna in der Krax'n hinten drauf - ein Klassiker. Was aber wirklich erstaunlich war: Als wir am Freitag um 10:00 am Fluss angekommen sind, waren schon zahlreiche Autos zu sehen, und während unseres knapp 3-stündigen Aufenthalts sind wir doch einigen anderen Anglern begegnet. Und das, obwohl wir uns gedacht hatten, es sei eine gute Idee, unter der Woche loszulegen, um unsere Ruhe zu haben. Aber anscheinend ist es nicht für alle Amerikaner ein Problem, nur zwei Wochen Urlaub im Jahr zu haben - irgendwelche anderen Wege, den Tag am Wasser anstatt im Büro zu verbringen, muss es wohl geben. Gebissen haben die Fische leider nicht richtig, bis auf ein paar kleinere (und im Fall von der Sandi zwei beinahe essbare) Saiblinge sind wir leer ausgegangen. Aber kein Wunder - wenn die Fische rund um die Uhr mit verschiedensten Ködern bombadiert werden, haben die auch irgendwann keine Lust mehr...
Die Anna übt sich auch schon im Schwingen der Fliegengerte.
Nach der Angelei haben wir dann noch kurz bei der McLaughlin Fish Hatchery vorbei geschaut, einer der 4 staatlichen Fischzuchten von Massachusetts. Das ist eine der vielen großartigen Einrichtungen hier: Die Erlöse aus Jagd- und Angelscheinen verbleiben nämlich offenbar vollumfänglich bei der staatlichen Jagd- und Fischereibehörde, die sich dann wiederum zentral um den Fischbesatz der für jedermann zugänglichen Flüsse kümmert. Und natürlich ist jede dieser Fischzuchten für jeden Bürger frei zugänglich, damit man sich selber ein Bild machen kann, was der Staat mit den eingesammelten Geldern anstellt. Das Ganze ist im Grunde aufgebaut wie die Fischzuchten kommerzieller Teichwirte bei uns daheim (Kiesle und co.) - vielleicht ein bissel größer. Auf jeden Fall war die Anna ganz angetan von den Becken voller Regenbogenforellen, vor allem, weil man auch selber füttern durfte.

In all diesen Becken werden Regenbogenforellen für die Flüsse des westlichen Massachusetts gezüchtet.
Die Anna studiert die Fische ganz genau.
Heute sind wir dann - entgegen erster Planungen - nochmal zum Swift gefahren, weil einfach wunderschönes Herbstwetter (gut 20 °C, blauer Himmel, Sonne) mit wunderbar frischer Luft war. Da muss man ja quasi raus in die Natur. ;) Diesmal waren wir aber ein bisschen später dran, und erstaunlicherweise war in der Zeit von ungefähr 11:45 bis 15:00 nix los am Fluss, wir waren die ganze Zeit unter uns. Was wunderbar war, weil wir heute auch eine Mittagspause eingelegt und quasi am Wasser gepicknickt haben. Fangmäßig war's heute wieder ein bisschen besser - aber essbare Fische kriegen wir einfach nicht raus - die Fische sind zu g'scheid für uns. ;)

Brotzeit in der Wildnis.
Um 15:00 sind wir dann über eine schöne, bis dato noch nicht gefahrene Landstraße nach South Hadley zur Brunelles Marina am Connecticut River gefahren. Wie ich heute morgen herausgefunden habe, bieten sie dort nämlich Flussrundfahrten mit dem Ausflugsschiff Lady Bea an. Und schon seit ich das erste Mal die Brücke zwischen Northampton und Hadley überquert und einen Blick auf den mächtigen Connecticut geworfen hatte, wollte ich den Strom unbedingt mal von Nahem erleben. Die Rundfahrten mit der Lady Bea dauern 75 Minuten, und das Schiff bietet Platz für weniger als 50 Personen. Am Wochenende (und in der Saison wohl täglich) legt das Schiff dreimal täglich ab. Obwohl wir gedacht haben, dass wir da heute, gut 2 Wochen nach Saisonende wahrscheinlich die einzigen Passagiere sind, war es gut, dass ich in der Früh reserviert hatte: Anscheinend hat in der Marina bzw. im angeschlossenen Restaurant eine Familienfeier statt gefunden, von der alle Gäste auch an der von uns gebuchten Flussrundfahrt um 16:00 teilnehmen wollten. Ohne Reservierung wären wir also nicht mitgekommen. Und so waren wir dann die einzigen, die nicht zu der (relativ lauten ;-)) Gesellschaft gehört haben. Die Fahrt hat sich aber auf jeden Fall voll gelohnt. Ungefähr 7 km fährt man den Fluss hinauf und kommt u.a. am Rainbow Beach vorbei, einer Insel mit Sandbank, wo die ganzen Motorbootfahrer vor Anker gehen, baden, grillen und Bierdosen leeren. Auf der Fahrt haben wir auch einen Weißkopfseeadler gesehen, der sich grad einen ordentlich Fisch gefangen hatte.

Das Schiff, die "Lady Bea".
Die meiste Zeit wird der Connecticut von Wald gesäumt...
...aber ab und an gibt's eine Marina, einen Campingplatz oder andere Zugänge für Erholungssuchende.
Jetzt im Herbst ankern nur noch verhältnismäßig wenige Boote am Rainbow Beach.
Insgesamt zwei schöne Tage an zwei von drei Flüssen (der dritte wäre der Deerfield), die hier das Leben allgemein, aber auch unseren Aufenthalt im Speziellen, prägen bzw. geprägt haben. Die für jedermann zugänglichen Gewässer werde ich auf jeden Fall vermissen...

(Mit zugänglich ist hier nicht gemeint, dass man hingehen und evtl. drin baden darf, was ja auch in Bayern üblich ist. Ich meine damit eher, dass dir in Massachusetts quasi keine Grenzen gesetzt sind: Flüsse sind hier öffentlicher Raum, und du kannst - die entsprechende, für jedermann leicht zu erwerbende Lizenz vorausgesetzt - nicht nur angeln, soviel du willst, sondern auch jede mögliche Form von Wassersport ausüben, ohne dass die typisch deutsche Überregulierung dir Steine in den Weg legt.)

Donnerstag, 22. September 2016

Tagesausflug nach Newport und Wahnsinnsausblick vom Mt. Sugarloaf

Newport, Rhode Island

Schon am Sonntag war die Familie Schmitt Sr. ja aus Northampton abgereist, um auch noch New York City und die Südküste Neuenglands zur großen Rundreise hinzuzufügen. Wir hingegen hatten erst mal keine Lust mehr auf das Leben aus dem Koffer, dafür aber umso mehr Lust, die letzten zwei Wochen unseres Aufenthaltes voll in Northampton und Umgebung zu verbringen. Außerdem sind Großstädte mit Anna zurzeit immer ein bisschen nervig - nicht wegen dem dann immer vollen Tagesprogramm, sondern weil Innenstadt-Hotels nur selten die Möglichkeit bieten, sich irgendwo außerhalb des Zimmers zusammen zu setzen - wenn man mal von überkandidelten Hotelbars absieht. Und dort sind dann meistens die Wege im Hotel so lang, dass die Babyphon-Reichweite an ihre Grenzen kommt. Den ganzen Stress wollten wir uns sparen und sind also nicht mitgefahren, obwohl uns NYC natürlich auch wieder interessiert hätte - unser letzter Besuch müsste schon wieder gut 10 Jahre her sein. Was wir aber ausgemacht haben: Dass wir uns am gestrigen Mittwoch noch ein letztes Mal irgendwo treffen, bevor die Heimreise meiner Leute ansteht. Die müssten nämlich so ziemlich jetzt gerade dabei sein, in die Maschine zurück nach Deutschland zu boarden.

Nach einigen Überlegungen, was ein weiteres lohnendes Tagesziel an der Südküste sein könnte, haben wir uns kurzerhand auf Newport, Rhode Island, geeinigt. Das wird in vielen Reiseführern und auch im Netz häufig als besonders sehenswert über den Schellnkönig gelobt. Anreisezeit von Northampton aus gut 2 Stunden - passt. Und so haben wir uns gestern um kurz nach 10:00 auf einem Parkplatz direkt in der Innenstadt von Newport getroffen. Zuallererst sind wir dann mal die Thames Street entlang geschlendert, wo sich ein kleiner Laden an den anderen reiht, garniert mit Restaurants und Cafes. Besonders schön war auch die Nähe zum Yachthafen und den einzelnen Piers, die auch jede Menge Gastronomie in bester Lage bereit halten. Über die Bellevue Avenue, die es sogar zum U.S. National Historic District gebracht hat, sind wir dann zurück gegangen, was uns unter anderem an der Tennis Hall of Fame, einem interessanten Oldtimer-Museum und den ersten Herrenhäusern vorbei gebracht hat. Berühmt ist Newport nämlich in erster Linie für eben diese Herrenhäuser (auf Englisch: Mansions), die Ende des 19. Jahrhunderts vom amerikanischen Geldadel als Sommerresidenzen bewohnt wurden. Das sind wirklich beeindruckende Anwesen, die innen wie außen keine geringe Ähnlichkeit mit kleinen europäischen Schlössern aufweisen. Wir haben eines der berühmtesten davon, das The Breakers, besichtigt, das früher einmal der Vanderbilt-Familie gehört hat. Wirklich mehr als beeindruckend! The Breakers heißt das Haus, weil es ganz vorne an der Steilküste von Newport gebaut wurde, und sich dort die Wellen gerade bei Stürmen eindrucksvoll brechen. Und genau zwischen den Klippen der Steilküste und dem Anwesen geht eine weitere Hauptattraktion von Newport vorbei - der Cliff Walk, den man etwa 3,5 Meilen langwandern bzw. -spazieren kann, wobei man stets einen tollen Blick aufs Meer und auf die Newporter Mansions hat.

Die obere Thames Street, links der Brick Alley Pub.
In der Bildmitte die Touro-Synagoge - 1762 fertig gestellt ist sie die älteste in den USA.
Familienspaziergang am Cliff Walk.
The Breakers vom Cliff Walk aus.
Und mal als Beispiel das Esszimmer drinnen.
Zimmer mit Ausblick...
...aufs Meer und ein anderes "Häuschen".
Nach den ganzen Sehenswürdigkeiten war dann erstmal ein bisschen Relaxen angesagt, so dass wir mit dem Auto zu einem der 4 Strände Newports gefahren sind, dem Sachuest Beach - von den einheimischen nur Second Beach genannt. Da es mittlerweile schon nach 16:00 Uhr war und die Saison nun doch schon gut zwei Wochen vorbei ist, konnten wir kostenlos parken und hatten den Strand zwar nicht ganz für uns allein, aber ohne größeres Getümmel. Und, was soll man sagen? Ein Traumstrand! Es ist wirklich erstaunlich, dass der Mini-Staat Rhode Island offenbar neben Cape Cod die schönsten Strände Neuenglands beherbergt. Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang, bei dem wir viele tolle, handtellergroße Muscheln im weißen Sand gefunden haben und einem kurzen Bad im glasklaren, verhältnismäßig angenehm warmen Wasser, sind wir dann zur letzten größeren Attraktion Newports aufgebrochen: zum Ocean Drive. Das ist eine Küstenstraße, die sich einmal um die Halbinsel zieht, auf der Newport liegt. Wieder hat man tolle Ausblicke aufs Meer und auf herrschaftliche Anwesen, und einen sehr schönen, kleinen Strand, den Gooseberry Beach, gibt es auch noch. Unabhängig voneinander hat uns die Straße ein bisschen an den weltberühmten 17-Mile-Drive am Highway 1 von Kalifornien erinnert. Im sehr urigen Brick Alley Pub haben wir den Tag dann bei einem schönen Steak ausklingen lassen, bevor wir uns für die nächste Woche voneinander verabschiedet haben (unser Flieger geht ja genau eine Woche später schon...). Alles in allem ein Ausflug, der sich mehr als nur gelohnt hat. Sollte unbedingt Zwischenstopp auf jeder Neuengland-Rundreise sein!
Trotz Bewölkung schöne Abendstimmung am Second Beach.
Sogar die Sandi und die Anna genießen den superweichen Sand. :)
Entlang des Ocean Drives kann man toll den Sonnenuntergang beobachten.
Die mehr als 3 km lange und 120 m hohe Newport Bridge im Hintergrund.
Abendstimmung auch am Gooseberry Beach.


Mt. Sugarloaf


Heute war dann ein ganz normaler Arbeitstag angesagt. Wir haben aber das schöne Wetter genutzt (hier ist es noch immer sonnig bei über 25 °C), um am späten Nachmittag noch einen kurzen Ausflug in der Gegend zu machen, der mir schon die ganze Zeit vorgeschwebt hat: Eine Fahrt auf den Mt. Sugarloaf in Deerfield. Von dort hatten wir dann einen atemberaubenden Ausblick auf den Connecticut River und das Tal das er durchzieht, inklusive Skyline von der UMass Amherst. Astreine Sache!
Der Connecticut River vom Mt. Sugarloaf aus. Links die Skyline - das ist die UMass Amherst!

Montag, 19. September 2016

Besuch beim Shaker Village

Da Anna gerade einen Schub hat und mal wieder Babypupertät angesagt ist, und sich auch noch die nächsten Zähne ankündigen, pappt diese kleine Schnecke sehr an mir. Das bedeutet neben viel Gemecker auch mehr Kuschelzeit, aber zum Blog schreiben kommt man da nicht so gut.
Deswegen kommt erst heute der Beitrag was wir am Freitag unternommen haben. Michi war in der Arbeit, so bin ich mit Tommy, Marianne und Andreas über den schönen Scanic Byway 66, der gerade beginnt, durch den Indian Summer noch schöner zu werden, Richtung Stockbridge aufgebrochen. Dort wurde erstmal das bekannte Hotel Red Lion Inn angeschaut um anschließend zu unserem eigentlichen Ziel, dem Shaker Village bei Pittsfield weiterzufahren.

Die Kirche von Stockbridge.
Die Shaker sind eine von vielen christlichen Gruppierungen, die im 17. Jahrhundert von Europa in die neue Welt übergesetzt haben. Anders als die bekannten Amish waren und sind die Shaker neuer Technik gegenüber sehr aufgeschlossen. Das sieht man dort gleich am Eingang, wo Photovoltaikanlagen neben 150 Jahre alten Gebäuden stehen.

Im Shaker-Village. Charakteristisch ist der runde Stall.
Die ganze Anlage kann man sich vorstellen wie das Glentleiten Museum mit zusätzlichem Streichelzoo. Denn hier leben noch viele Viecher, die eben auf einen Hof gehören - ganz besonders die Ziegen haben es der Anna sehr angetan :)
Anschließend haben Marianne und ich uns noch am Webstuhl versucht und in der Schmiede konnte man auch bei der Herstellung von Nägeln und anderen Kleinteilen zuschauen. Alles in allem ein schöner Ausflug, der durch einen weiteren Besuch in den Lee Premium Outlets abgerundet wurde. 

Samstag, 17. September 2016

"Date Morning" am Swift

Es wäre eine Schande, wenn wir die Gelegenheit, dass gerade meine Familie auf Besuch ist, nicht ausnutzen würden. Schon gestern Abend haben wir den großelterlichen Babysitter-Service genutzt und haben uns in der Northampton Brewery ein paar Cocktails genehmigt. Zumindest für mich war das das erste Mal am Abend außer Haus seit wir in den USA angekommen sind!

Heute haben wir dann gleich nochmal zugeschlagen, haben die Anna vormittags abgegeben und sind um 8:30 in Richtung Belchertown aufgebrochen, um wenigstens einmal in trauter Zweisamkeit den Swift River befischen zu können. Es war ein sehr schöner, ruhiger, ja fast meditativer Vormittag am Wasser, der wieder zu einem guten Dutzend kleinen Saiblingen geführt hat. Ein paar richtig große Fische haben wir auch gesehen. Die hätten sich zwar gut heute Abend auf dem Grill gemacht, aber leider waren sie zu g'scheid für uns - dann "muss" es halt doch wieder ein schönes Ribeye werden... ;)

Es ist einfach wunderschön am Swift - die Fischerei dort werde ich sehr vermissen.
Zur richtigen Zeit fängt man solche Kameraden wie am Fließband.
Wer sieht die Sandi? ;)