Newport, Rhode Island
Schon am Sonntag war die Familie Schmitt Sr. ja aus Northampton abgereist, um auch noch New York City und die Südküste Neuenglands zur großen Rundreise hinzuzufügen. Wir hingegen hatten erst mal keine Lust mehr auf das Leben aus dem Koffer, dafür aber umso mehr Lust, die letzten zwei Wochen unseres Aufenthaltes voll in Northampton und Umgebung zu verbringen. Außerdem sind Großstädte mit Anna zurzeit immer ein bisschen nervig - nicht wegen dem dann immer vollen Tagesprogramm, sondern weil Innenstadt-Hotels nur selten die Möglichkeit bieten, sich irgendwo außerhalb des Zimmers zusammen zu setzen - wenn man mal von überkandidelten Hotelbars absieht. Und dort sind dann meistens die Wege im Hotel so lang, dass die Babyphon-Reichweite an ihre Grenzen kommt. Den ganzen Stress wollten wir uns sparen und sind also nicht mitgefahren, obwohl uns NYC natürlich auch wieder interessiert hätte - unser letzter Besuch müsste schon wieder gut 10 Jahre her sein. Was wir aber ausgemacht haben: Dass wir uns am gestrigen Mittwoch noch ein letztes Mal irgendwo treffen, bevor die Heimreise meiner Leute ansteht. Die müssten nämlich so ziemlich jetzt gerade dabei sein, in die Maschine zurück nach Deutschland zu boarden.
Nach einigen Überlegungen, was ein weiteres lohnendes Tagesziel an der Südküste sein könnte, haben wir uns kurzerhand auf Newport, Rhode Island, geeinigt. Das wird in vielen Reiseführern und auch im Netz häufig als besonders sehenswert über den Schellnkönig gelobt. Anreisezeit von Northampton aus gut 2 Stunden - passt. Und so haben wir uns gestern um kurz nach 10:00 auf einem Parkplatz direkt in der Innenstadt von Newport getroffen. Zuallererst sind wir dann mal die
Thames Street entlang geschlendert, wo sich ein kleiner Laden an den anderen reiht, garniert mit Restaurants und Cafes. Besonders schön war auch die Nähe zum Yachthafen und den einzelnen Piers, die auch jede Menge Gastronomie in bester Lage bereit halten. Über die
Bellevue Avenue, die es sogar zum
U.S. National Historic District gebracht hat, sind wir dann zurück gegangen, was uns unter anderem an der Tennis Hall of Fame, einem interessanten Oldtimer-Museum und den ersten Herrenhäusern vorbei gebracht hat. Berühmt ist Newport nämlich in erster Linie für eben diese
Herrenhäuser (auf Englisch: Mansions), die Ende des 19. Jahrhunderts vom amerikanischen Geldadel als Sommerresidenzen bewohnt wurden. Das sind wirklich beeindruckende Anwesen, die innen wie außen keine geringe Ähnlichkeit mit kleinen europäischen Schlössern aufweisen. Wir haben eines der berühmtesten davon, das
The Breakers, besichtigt, das früher einmal der Vanderbilt-Familie gehört hat. Wirklich mehr als beeindruckend!
The Breakers heißt das Haus, weil es ganz vorne an der Steilküste von Newport gebaut wurde, und sich dort die Wellen gerade bei Stürmen eindrucksvoll brechen. Und genau zwischen den Klippen der Steilküste und dem Anwesen geht eine weitere Hauptattraktion von Newport vorbei - der
Cliff Walk, den man etwa 3,5 Meilen langwandern bzw. -spazieren kann, wobei man stets einen tollen Blick aufs Meer und auf die Newporter Mansions hat.
 |
| Die obere Thames Street, links der Brick Alley Pub. |
 |
| In der Bildmitte die Touro-Synagoge - 1762 fertig gestellt ist sie die älteste in den USA. |
 |
| Familienspaziergang am Cliff Walk. |
 |
| The Breakers vom Cliff Walk aus. |
 |
| Und mal als Beispiel das Esszimmer drinnen. |
 |
| Zimmer mit Ausblick... |
 |
| ...aufs Meer und ein anderes "Häuschen". |
Nach den ganzen Sehenswürdigkeiten war dann erstmal ein bisschen Relaxen angesagt, so dass wir mit dem Auto zu einem der 4 Strände Newports gefahren sind, dem Sachuest Beach - von den einheimischen nur Second Beach genannt. Da es mittlerweile schon nach 16:00 Uhr war und die Saison nun doch schon gut zwei Wochen vorbei ist, konnten wir kostenlos parken und hatten den Strand zwar nicht ganz für uns allein, aber ohne größeres Getümmel. Und, was soll man sagen? Ein Traumstrand! Es ist wirklich erstaunlich, dass der Mini-Staat Rhode Island offenbar neben Cape Cod die schönsten Strände Neuenglands beherbergt. Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang, bei dem wir viele tolle, handtellergroße Muscheln im weißen Sand gefunden haben und einem kurzen Bad im glasklaren, verhältnismäßig angenehm warmen Wasser, sind wir dann zur letzten größeren Attraktion Newports aufgebrochen: zum
Ocean Drive. Das ist eine Küstenstraße, die sich einmal um die Halbinsel zieht, auf der Newport liegt. Wieder hat man tolle Ausblicke aufs Meer und auf herrschaftliche Anwesen, und einen sehr schönen, kleinen Strand, den Gooseberry Beach, gibt es auch noch. Unabhängig voneinander hat uns die Straße ein bisschen an den weltberühmten
17-Mile-Drive am Highway 1 von Kalifornien erinnert. Im sehr urigen
Brick Alley Pub haben wir den Tag dann bei einem schönen Steak ausklingen lassen, bevor wir uns für die nächste Woche voneinander verabschiedet haben (unser Flieger geht ja genau eine Woche später schon...). Alles in allem ein Ausflug, der sich mehr als nur gelohnt hat. Sollte unbedingt Zwischenstopp auf jeder Neuengland-Rundreise sein!
 |
| Trotz Bewölkung schöne Abendstimmung am Second Beach. |
 |
| Sogar die Sandi und die Anna genießen den superweichen Sand. :) |
 |
| Entlang des Ocean Drives kann man toll den Sonnenuntergang beobachten. |
 |
| Die mehr als 3 km lange und 120 m hohe Newport Bridge im Hintergrund. |
 |
| Abendstimmung auch am Gooseberry Beach. |
Mt. Sugarloaf
Heute war dann ein ganz normaler Arbeitstag angesagt. Wir haben aber das schöne Wetter genutzt (hier ist es noch immer sonnig bei über 25 °C), um am späten Nachmittag noch einen kurzen Ausflug in der Gegend zu machen, der mir schon die ganze Zeit vorgeschwebt hat: Eine Fahrt auf den Mt. Sugarloaf in Deerfield. Von dort hatten wir dann einen atemberaubenden Ausblick auf den Connecticut River und das Tal das er durchzieht, inklusive Skyline von der UMass Amherst. Astreine Sache!
 |
| Der Connecticut River vom Mt. Sugarloaf aus. Links die Skyline - das ist die UMass Amherst! |