So, mittlerweile sind wir schon wieder eine gute Woche daheim und wieder ganz in Bayern angekommen. Tatsächlich hat der Flieger auf der Strecke von Boston nach Düsseldorf eine Stunde reingeholt, so dass wir rennenderweise den (extra wartenden) Anschlussflug in letzter Sekunde erwischt haben und halbwegs pünktlich in München gelandet sind. Was Anna angeht, waren beide Flugsegmente absolut kein Problem - überm Atlantik hat sie die ganze Zeit geschlafen und von Düsseldorf nach München war sie bester Laune und hat die meiste Zeit aus dem Fenster geschaut. Und in Sachen Jetlag gab's auch keine größeren Probleme: Am zweiten Tag nach unserer Heimkehr konnten wir alle von ca. 0:00 bis ca. 2:30 nicht schlafen, aber ansonsten schläft Anna jetzt offenbar dauerhaft durch.
Natürlich vermissen wir noch immer die Freundlichkeit der Amerikaner und den Platz, den die USA einfach bieten, um etwas weniger beengt als hierzulande zu leben. Das betrifft ja nicht nur die Natur, sondern auch so Themen wie Immobilien, Parkplatzangebot oder Supermarkt-Auswahl, die erstmal nebensächlich klingen mögen, am Ende aber nicht unwesentlich die Lebensqualität mitbestimmen. Trotzdem ist es wieder schön da zu sein und Familie und Freunde ständig um uns zu haben. Und, so klischeehaft es auch klingt: Ich bin wirklich froh, endlich wieder deutsches Brot essen zu können. ;-)
Als Fazit lässt sich sagen: Unser Sommer in Neuengland war eine absolut geile Zeit, die wir sicher nie vergessen werden, und die mit Sicherheit auch der Anna sehr gut getan hat. Wir würden es jedenfalls jederzeit wieder tun, wobei wir uns einig sind, dass ein weiterer Monat nicht geschadet hätte - allein schon, um den Indian Summer noch richtig mitzuerleben, und um neben der ganzen Angelei auch die herbstliche Jagdsaison nutzen zu können.
Es bleibt uns aber vorerst nur zu sagen: Northampton, irgendwann sehen wir uns wieder!
Montag, 10. Oktober 2016
Donnerstag, 29. September 2016
Sag zum Abschied leise Servus
So, das war's. Vor kurzem sind wir am Logan Airport in Boston angekommen und haben damit diesen wunderbaren Lebensabschnitt hinter uns gelassen. Wahnsinn, wie schnell das jetzt letztendlich gegangen ist!
Zusammengefasst kann man sagen, dass das einer der besten Sommer unseres bisherigen Lebens war. Es war eine schöne Zeit, in der wir drei uns mal ganz aufeinander konzentrieren konnten (fast wie eine zweite Elternzeit), es war aber auch eine spannende Zeit mit vielen neuen Eindrücken und viel Erlebtem. Vieles davon haben wir ja auch in diesem Blog dokumentiert, der insbesondere auch uns selber in Zukunft als eine Art detaillierteres Photo-Album dienen und uns helfen wird, sich so gut wie möglich an unseren Sommer in Neuengland zu erinnern. Mehr will ich jetzt auch gar nicht schreiben, weil ich sonst nur wieder die abgedroschene Floskel vom lachenden und weinenden Auge bemühen müsste, und weil gegenwärtig auf jeden Fall das weinende Auge überwiegt. Als wir von Anzing hierher aufgebrochen waren, wussten wir ja, dass wir nach ein paar Monaten zurück kehren werden - wann (oder sogar ob?) wir je wieder nach Northampton/Amherst kommen, ist da schon deutlich fraglicher. Versuchen werden wir's aber auf jeden Fall!
Unser Flug war ursprünglich terminiert für 17:50, ist aber auf 19:00-19:30 verspätet - laut flightradar24 ist die Maschine, die gerade aus Düsseldorf anreist, gegenwärtig noch irgendwo über der Wildnis des östlichen Kanadas in der Luft... Unser Anschlussflug in Düsseldorf morgen früh ist für 8:20 angesetzt. Ich hoffe, den schaffen wir, der nächste geht nämlich erst um 10:20. Aber normalerweise holen die Flieger ostwärts ja wieder einige Zeit rein. Drückt uns die Daumen!
Zusammengefasst kann man sagen, dass das einer der besten Sommer unseres bisherigen Lebens war. Es war eine schöne Zeit, in der wir drei uns mal ganz aufeinander konzentrieren konnten (fast wie eine zweite Elternzeit), es war aber auch eine spannende Zeit mit vielen neuen Eindrücken und viel Erlebtem. Vieles davon haben wir ja auch in diesem Blog dokumentiert, der insbesondere auch uns selber in Zukunft als eine Art detaillierteres Photo-Album dienen und uns helfen wird, sich so gut wie möglich an unseren Sommer in Neuengland zu erinnern. Mehr will ich jetzt auch gar nicht schreiben, weil ich sonst nur wieder die abgedroschene Floskel vom lachenden und weinenden Auge bemühen müsste, und weil gegenwärtig auf jeden Fall das weinende Auge überwiegt. Als wir von Anzing hierher aufgebrochen waren, wussten wir ja, dass wir nach ein paar Monaten zurück kehren werden - wann (oder sogar ob?) wir je wieder nach Northampton/Amherst kommen, ist da schon deutlich fraglicher. Versuchen werden wir's aber auf jeden Fall!
Unser Flug war ursprünglich terminiert für 17:50, ist aber auf 19:00-19:30 verspätet - laut flightradar24 ist die Maschine, die gerade aus Düsseldorf anreist, gegenwärtig noch irgendwo über der Wildnis des östlichen Kanadas in der Luft... Unser Anschlussflug in Düsseldorf morgen früh ist für 8:20 angesetzt. Ich hoffe, den schaffen wir, der nächste geht nämlich erst um 10:20. Aber normalerweise holen die Flieger ostwärts ja wieder einige Zeit rein. Drückt uns die Daumen!
![]() |
| Die Sandi packt fleißig ein, die Anna turnt wie so oft im Auto herum. |
![]() |
| Am Flughafen. |
Montag, 26. September 2016
Happy Birthday, Sandi!
Das könnte durchaus einer der letzten Blogeinträge vor der eigentlichen Heimreise sein, weil, wie schon erwähnt, im Grunde mit heute nur noch drei normale Arbeitstage auf dem Programm stehen, die nebenbei mit Packen und Abreise-Vorbereitung garniert werden. Am Donnerstag werden wir dann gegen Mittag in Richtung Boston aufbrechen, um weder mit dem Verkehr auf der I-90, noch der Rückgabe des Mietwagens oder einem anderen möglichen Stolperstein Stress zu erzeugen. Und wie ich bereits herausgefunden habe, gibt es am Bostoner Logan Airport in jedem Terminal einen sog. Kidport, also einen Spielplatz für kleinere Kinder. Da soll sich dann die Anna nochmal so richtig austoben, damit sie den Nachtflug weitestgehend verschläft. So ist zumindest der Plan... ;)
Worum geht's dann im heutigen Blogbeitrag? Natürlich um den Geburtstag von der Sandi, die heute zum ersten Mal einen Geburtstag feiert, über dessen Jahreszahl man nicht mehr spricht. ;) Heute Abend werden wir dazu noch schön Essen gehen. Ansonsten ist es aber gar nicht verkehrt nach 2 Jahren des Dauerfeierns (mein 30er, Annas Geburt, Sandis 30er, Annas Taufe, standesamtliche Hochzeit, Annas 1. Geburtstag, kirchliche Hochzeit) mal wieder einen Gang zurück zu schalten.
Worum geht's dann im heutigen Blogbeitrag? Natürlich um den Geburtstag von der Sandi, die heute zum ersten Mal einen Geburtstag feiert, über dessen Jahreszahl man nicht mehr spricht. ;) Heute Abend werden wir dazu noch schön Essen gehen. Ansonsten ist es aber gar nicht verkehrt nach 2 Jahren des Dauerfeierns (mein 30er, Annas Geburt, Sandis 30er, Annas Taufe, standesamtliche Hochzeit, Annas 1. Geburtstag, kirchliche Hochzeit) mal wieder einen Gang zurück zu schalten.
![]() |
| Die Anna würde so gerne die Kerze ausblasen. |
Sonntag, 25. September 2016
Ausflug zum Old Sturbridge Village
Schon seit kurz nach unserer Ankunft war klar: Am Sonntag, den 25.09. fahren wir nach Sturbridge, eine knapp 10.000 Einwohner zählende Kleinstadt, gelegen irgendwo zwischen Northampton und Boston. Warum? Weil dort die Big MOE statt finden sollte - die Massachusetts Outdoor Exposition. Dabei handelt es sich um eine seit genau 20 Jahren existierende Outdoor-Messe, die vor allem Kindern die Natur und das Leben in und mit ihr näher bringen soll. So gibt es dort üblicherweise Stände, an denen junge und alte Interessenten lernen können, wie man Vogelhäuser baut, wie man Tomahawks wirft, wie man ein Zelt aufbaut, wie man mit Spinn- und Fliegenrute angelt, wie man geocacht oder wie Wildfleisch schmeckt. Und es wäre nicht Amerika, wenn es nicht auch mehrere Schießstände gäbe, wo man vom Jagdbogen über Luft- und Kleinkalibergewehre bis hin zur Schrotflinte (auf Tontauben) verschiedenste auf der Jagd verwendbare Schusswaffen probeschießen könnte - eine verpflichtende Sicherheitseinweisung natürlich vorausgesetzt. Und das Beste: Weil es bei der Big Moe wirklich um Idealismus geht, darum die nächste Generation fürs Outdoor-Leben zu begeistern, ist das alles vollkommen kostenlos.
So toll das alles klingt - Satz mit X, das war wohl nix. Als ich mir gestern die Wegbeschreibung im Netz anschauen wollte, stand auf der Homepage der Veranstaltung nur "2016 Massachusetts Outdoor Exposition Sunday September 25th, 2016 Has Been Cancelled." Grund dafür ist wohl, dass die ehrenamtlichen Veranstalter Probleme hatten, eine Haftpflichtversicherung für die Mitarbeiter des Events zu finden, die auch wirklich jede Eventualität abgedeckt hätte. So ein Mist - seit Monaten hatte ich mich auf dieses uramerikanische Erlebnis gefreut. :(
Aber irgendwas muss man mit seinem letzten Sonntag ja anfangen... Und zufälligerweise beherbergt Sturbridge nicht nur die einmal im Jahr die Big Moe, sondern dauerhaft eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Neuenglands: das Freilichtmuseum Old Sturbridge Village. Wie schon das von der Sandi beschriebene Hancock Shaker Village ist auch Old Sturbridge Village vergleichbar mit unserem Glentleiten-Museum, wobei das OSV, wie es die Amis nennen, freilich wesentlich größer ist, als das Shaker-Dorf. Motiv des OSV ist es, ein typisch neuenglisches Dorf aus den 1830er Jahren nachzumodellieren. Das wird sogar von angestellten Schauspielern unterstützt, die in den einzelnen Häusern den Besuchern das damalige Leben vorleben bzw. relativ realistisch ihrem Tagwerk nachgehen. Als Fans solcher Museen hat es uns jedenfalls sehr gefallen, und ich persönlich fand es sogar besser als den Mystic Seaport und auf jeden Fall mindestens so gut wie Glentleiten. Gut 4 Stunden sind wir durch das Dorf geschlendert und haben sicher nicht alles angeschaut bzw. nicht jede mögliche Vorführung mitgenommen. Das hat diesen letzten Ausflugstag auf jeden Fall einwandfrei gerettet, vor allem weil auch das Wetter wie gestern schon durch ein angenehmes Herbsthoch geprägt war.
![]() |
| Der Hauptplatz mit Kirche und Postkutsche ist nur ein kleiner Teil des Museums. |
![]() |
| Überall führen Schauspieler ihr Tagwerk vor. Und die Viecher sind meist sogar zurück gezüchtete alte Rassen. |
![]() |
| Teilweise darf man in den Häusern sogar berühren und ausprobieren. Sandi testet das mit Stoh gefüllte Bett. |
![]() |
| Die Anna hat mehr Spaß im Garten. |
![]() |
| Besonders spannend: Live-Vorführung einer Muskete, wie sie die damaligen Milizionäre alle führen mussten. |
![]() |
| Und so sahen Brillen vor gut 250 Jahren aus. |
Ab jetzt läuft quasi der Countdown. Noch 3 normale Tage, dann beginnt die Heimreise - mit lachendem, definitiv aber auch weinendem Auge...
Samstag, 24. September 2016
Zwei-Flüsse-Tag
Bevor es kommenden Donnerstag wieder nach Deutschland zurück geht, wollten wir es Fischerei-technisch noch einmal richtig krachen lassen. Also haben wir sowohl gestern (Freitag) als auch heute (Samstag) jeweils einen Familienausflug zum Swift River gemacht. Sandi und ich in der Wathose, Anna in der Krax'n hinten drauf - ein Klassiker. Was aber wirklich erstaunlich war: Als wir am Freitag um 10:00 am Fluss angekommen sind, waren schon zahlreiche Autos zu sehen, und während unseres knapp 3-stündigen Aufenthalts sind wir doch einigen anderen Anglern begegnet. Und das, obwohl wir uns gedacht hatten, es sei eine gute Idee, unter der Woche loszulegen, um unsere Ruhe zu haben. Aber anscheinend ist es nicht für alle Amerikaner ein Problem, nur zwei Wochen Urlaub im Jahr zu haben - irgendwelche anderen Wege, den Tag am Wasser anstatt im Büro zu verbringen, muss es wohl geben. Gebissen haben die Fische leider nicht richtig, bis auf ein paar kleinere (und im Fall von der Sandi zwei beinahe essbare) Saiblinge sind wir leer ausgegangen. Aber kein Wunder - wenn die Fische rund um die Uhr mit verschiedensten Ködern bombadiert werden, haben die auch irgendwann keine Lust mehr...
Nach der Angelei haben wir dann noch kurz bei der McLaughlin Fish Hatchery vorbei geschaut, einer der 4 staatlichen Fischzuchten von Massachusetts. Das ist eine der vielen großartigen Einrichtungen hier: Die Erlöse aus Jagd- und Angelscheinen verbleiben nämlich offenbar vollumfänglich bei der staatlichen Jagd- und Fischereibehörde, die sich dann wiederum zentral um den Fischbesatz der für jedermann zugänglichen Flüsse kümmert. Und natürlich ist jede dieser Fischzuchten für jeden Bürger frei zugänglich, damit man sich selber ein Bild machen kann, was der Staat mit den eingesammelten Geldern anstellt. Das Ganze ist im Grunde aufgebaut wie die Fischzuchten kommerzieller Teichwirte bei uns daheim (Kiesle und co.) - vielleicht ein bissel größer. Auf jeden Fall war die Anna ganz angetan von den Becken voller Regenbogenforellen, vor allem, weil man auch selber füttern durfte.
Heute sind wir dann - entgegen erster Planungen - nochmal zum Swift gefahren, weil einfach wunderschönes Herbstwetter (gut 20 °C, blauer Himmel, Sonne) mit wunderbar frischer Luft war. Da muss man ja quasi raus in die Natur. ;) Diesmal waren wir aber ein bisschen später dran, und erstaunlicherweise war in der Zeit von ungefähr 11:45 bis 15:00 nix los am Fluss, wir waren die ganze Zeit unter uns. Was wunderbar war, weil wir heute auch eine Mittagspause eingelegt und quasi am Wasser gepicknickt haben. Fangmäßig war's heute wieder ein bisschen besser - aber essbare Fische kriegen wir einfach nicht raus - die Fische sind zu g'scheid für uns. ;)
Um 15:00 sind wir dann über eine schöne, bis dato noch nicht gefahrene Landstraße nach South Hadley zur Brunelles Marina am Connecticut River gefahren. Wie ich heute morgen herausgefunden habe, bieten sie dort nämlich Flussrundfahrten mit dem Ausflugsschiff Lady Bea an. Und schon seit ich das erste Mal die Brücke zwischen Northampton und Hadley überquert und einen Blick auf den mächtigen Connecticut geworfen hatte, wollte ich den Strom unbedingt mal von Nahem erleben. Die Rundfahrten mit der Lady Bea dauern 75 Minuten, und das Schiff bietet Platz für weniger als 50 Personen. Am Wochenende (und in der Saison wohl täglich) legt das Schiff dreimal täglich ab. Obwohl wir gedacht haben, dass wir da heute, gut 2 Wochen nach Saisonende wahrscheinlich die einzigen Passagiere sind, war es gut, dass ich in der Früh reserviert hatte: Anscheinend hat in der Marina bzw. im angeschlossenen Restaurant eine Familienfeier statt gefunden, von der alle Gäste auch an der von uns gebuchten Flussrundfahrt um 16:00 teilnehmen wollten. Ohne Reservierung wären wir also nicht mitgekommen. Und so waren wir dann die einzigen, die nicht zu der (relativ lauten ;-)) Gesellschaft gehört haben. Die Fahrt hat sich aber auf jeden Fall voll gelohnt. Ungefähr 7 km fährt man den Fluss hinauf und kommt u.a. am Rainbow Beach vorbei, einer Insel mit Sandbank, wo die ganzen Motorbootfahrer vor Anker gehen, baden, grillen und Bierdosen leeren. Auf der Fahrt haben wir auch einen Weißkopfseeadler gesehen, der sich grad einen ordentlich Fisch gefangen hatte.
Insgesamt zwei schöne Tage an zwei von drei Flüssen (der dritte wäre der Deerfield), die hier das Leben allgemein, aber auch unseren Aufenthalt im Speziellen, prägen bzw. geprägt haben. Die für jedermann zugänglichen Gewässer werde ich auf jeden Fall vermissen...
(Mit zugänglich ist hier nicht gemeint, dass man hingehen und evtl. drin baden darf, was ja auch in Bayern üblich ist. Ich meine damit eher, dass dir in Massachusetts quasi keine Grenzen gesetzt sind: Flüsse sind hier öffentlicher Raum, und du kannst - die entsprechende, für jedermann leicht zu erwerbende Lizenz vorausgesetzt - nicht nur angeln, soviel du willst, sondern auch jede mögliche Form von Wassersport ausüben, ohne dass die typisch deutsche Überregulierung dir Steine in den Weg legt.)
![]() |
| Die Anna übt sich auch schon im Schwingen der Fliegengerte. |
![]() |
| In all diesen Becken werden Regenbogenforellen für die Flüsse des westlichen Massachusetts gezüchtet. |
![]() |
| Die Anna studiert die Fische ganz genau. |
![]() |
| Brotzeit in der Wildnis. |
![]() |
| Das Schiff, die "Lady Bea". |
![]() |
| Die meiste Zeit wird der Connecticut von Wald gesäumt... |
![]() |
| ...aber ab und an gibt's eine Marina, einen Campingplatz oder andere Zugänge für Erholungssuchende. |
![]() |
| Jetzt im Herbst ankern nur noch verhältnismäßig wenige Boote am Rainbow Beach. |
(Mit zugänglich ist hier nicht gemeint, dass man hingehen und evtl. drin baden darf, was ja auch in Bayern üblich ist. Ich meine damit eher, dass dir in Massachusetts quasi keine Grenzen gesetzt sind: Flüsse sind hier öffentlicher Raum, und du kannst - die entsprechende, für jedermann leicht zu erwerbende Lizenz vorausgesetzt - nicht nur angeln, soviel du willst, sondern auch jede mögliche Form von Wassersport ausüben, ohne dass die typisch deutsche Überregulierung dir Steine in den Weg legt.)
Donnerstag, 22. September 2016
Tagesausflug nach Newport und Wahnsinnsausblick vom Mt. Sugarloaf
Newport, Rhode Island
Schon am Sonntag war die Familie Schmitt Sr. ja aus Northampton abgereist, um auch noch New York City und die Südküste Neuenglands zur großen Rundreise hinzuzufügen. Wir hingegen hatten erst mal keine Lust mehr auf das Leben aus dem Koffer, dafür aber umso mehr Lust, die letzten zwei Wochen unseres Aufenthaltes voll in Northampton und Umgebung zu verbringen. Außerdem sind Großstädte mit Anna zurzeit immer ein bisschen nervig - nicht wegen dem dann immer vollen Tagesprogramm, sondern weil Innenstadt-Hotels nur selten die Möglichkeit bieten, sich irgendwo außerhalb des Zimmers zusammen zu setzen - wenn man mal von überkandidelten Hotelbars absieht. Und dort sind dann meistens die Wege im Hotel so lang, dass die Babyphon-Reichweite an ihre Grenzen kommt. Den ganzen Stress wollten wir uns sparen und sind also nicht mitgefahren, obwohl uns NYC natürlich auch wieder interessiert hätte - unser letzter Besuch müsste schon wieder gut 10 Jahre her sein. Was wir aber ausgemacht haben: Dass wir uns am gestrigen Mittwoch noch ein letztes Mal irgendwo treffen, bevor die Heimreise meiner Leute ansteht. Die müssten nämlich so ziemlich jetzt gerade dabei sein, in die Maschine zurück nach Deutschland zu boarden.Nach einigen Überlegungen, was ein weiteres lohnendes Tagesziel an der Südküste sein könnte, haben wir uns kurzerhand auf Newport, Rhode Island, geeinigt. Das wird in vielen Reiseführern und auch im Netz häufig als besonders sehenswert über den Schellnkönig gelobt. Anreisezeit von Northampton aus gut 2 Stunden - passt. Und so haben wir uns gestern um kurz nach 10:00 auf einem Parkplatz direkt in der Innenstadt von Newport getroffen. Zuallererst sind wir dann mal die Thames Street entlang geschlendert, wo sich ein kleiner Laden an den anderen reiht, garniert mit Restaurants und Cafes. Besonders schön war auch die Nähe zum Yachthafen und den einzelnen Piers, die auch jede Menge Gastronomie in bester Lage bereit halten. Über die Bellevue Avenue, die es sogar zum U.S. National Historic District gebracht hat, sind wir dann zurück gegangen, was uns unter anderem an der Tennis Hall of Fame, einem interessanten Oldtimer-Museum und den ersten Herrenhäusern vorbei gebracht hat. Berühmt ist Newport nämlich in erster Linie für eben diese Herrenhäuser (auf Englisch: Mansions), die Ende des 19. Jahrhunderts vom amerikanischen Geldadel als Sommerresidenzen bewohnt wurden. Das sind wirklich beeindruckende Anwesen, die innen wie außen keine geringe Ähnlichkeit mit kleinen europäischen Schlössern aufweisen. Wir haben eines der berühmtesten davon, das The Breakers, besichtigt, das früher einmal der Vanderbilt-Familie gehört hat. Wirklich mehr als beeindruckend! The Breakers heißt das Haus, weil es ganz vorne an der Steilküste von Newport gebaut wurde, und sich dort die Wellen gerade bei Stürmen eindrucksvoll brechen. Und genau zwischen den Klippen der Steilküste und dem Anwesen geht eine weitere Hauptattraktion von Newport vorbei - der Cliff Walk, den man etwa 3,5 Meilen langwandern bzw. -spazieren kann, wobei man stets einen tollen Blick aufs Meer und auf die Newporter Mansions hat.
![]() |
| Die obere Thames Street, links der Brick Alley Pub. |
![]() |
| In der Bildmitte die Touro-Synagoge - 1762 fertig gestellt ist sie die älteste in den USA. |
![]() |
| Familienspaziergang am Cliff Walk. |
![]() |
| The Breakers vom Cliff Walk aus. |
![]() |
| Und mal als Beispiel das Esszimmer drinnen. |
![]() |
| Zimmer mit Ausblick... |
![]() |
| ...aufs Meer und ein anderes "Häuschen". |
![]() |
| Trotz Bewölkung schöne Abendstimmung am Second Beach. |
![]() |
| Sogar die Sandi und die Anna genießen den superweichen Sand. :) |
![]() |
| Entlang des Ocean Drives kann man toll den Sonnenuntergang beobachten. |
![]() |
| Die mehr als 3 km lange und 120 m hohe Newport Bridge im Hintergrund. |
![]() |
| Abendstimmung auch am Gooseberry Beach. |
Mt. Sugarloaf
Heute war dann ein ganz normaler Arbeitstag angesagt. Wir haben aber das schöne Wetter genutzt (hier ist es noch immer sonnig bei über 25 °C), um am späten Nachmittag noch einen kurzen Ausflug in der Gegend zu machen, der mir schon die ganze Zeit vorgeschwebt hat: Eine Fahrt auf den Mt. Sugarloaf in Deerfield. Von dort hatten wir dann einen atemberaubenden Ausblick auf den Connecticut River und das Tal das er durchzieht, inklusive Skyline von der UMass Amherst. Astreine Sache!
![]() |
| Der Connecticut River vom Mt. Sugarloaf aus. Links die Skyline - das ist die UMass Amherst! |
Montag, 19. September 2016
Besuch beim Shaker Village
Da Anna gerade einen Schub hat und mal wieder Babypupertät angesagt ist, und sich auch noch die nächsten Zähne ankündigen, pappt diese kleine Schnecke sehr an mir. Das bedeutet neben viel Gemecker auch mehr Kuschelzeit, aber zum Blog schreiben kommt man da nicht so gut.
Deswegen kommt erst heute der Beitrag was wir am Freitag unternommen haben. Michi war in der Arbeit, so bin ich mit Tommy, Marianne und Andreas über den schönen Scanic Byway 66, der gerade beginnt, durch den Indian Summer noch schöner zu werden, Richtung Stockbridge aufgebrochen. Dort wurde erstmal das bekannte Hotel Red Lion Inn angeschaut um anschließend zu unserem eigentlichen Ziel, dem Shaker Village bei Pittsfield weiterzufahren.
Die Shaker sind eine von vielen christlichen Gruppierungen, die im 17. Jahrhundert von Europa in die neue Welt übergesetzt haben. Anders als die bekannten Amish waren und sind die Shaker neuer Technik gegenüber sehr aufgeschlossen. Das sieht man dort gleich am Eingang, wo Photovoltaikanlagen neben 150 Jahre alten Gebäuden stehen.
Deswegen kommt erst heute der Beitrag was wir am Freitag unternommen haben. Michi war in der Arbeit, so bin ich mit Tommy, Marianne und Andreas über den schönen Scanic Byway 66, der gerade beginnt, durch den Indian Summer noch schöner zu werden, Richtung Stockbridge aufgebrochen. Dort wurde erstmal das bekannte Hotel Red Lion Inn angeschaut um anschließend zu unserem eigentlichen Ziel, dem Shaker Village bei Pittsfield weiterzufahren.
![]() |
| Die Kirche von Stockbridge. |
![]() |
| Im Shaker-Village. Charakteristisch ist der runde Stall. |
Die ganze Anlage kann man sich vorstellen wie das Glentleiten Museum mit zusätzlichem Streichelzoo. Denn hier leben noch viele Viecher, die eben auf einen Hof gehören - ganz besonders die Ziegen haben es der Anna sehr angetan :)
Anschließend haben Marianne und ich uns noch am Webstuhl versucht und in der Schmiede konnte man auch bei der Herstellung von Nägeln und anderen Kleinteilen zuschauen. Alles in allem ein schöner Ausflug, der durch einen weiteren Besuch in den Lee Premium Outlets abgerundet wurde.
Samstag, 17. September 2016
"Date Morning" am Swift
Es wäre eine Schande, wenn wir die Gelegenheit, dass gerade meine Familie auf Besuch ist, nicht ausnutzen würden. Schon gestern Abend haben wir den großelterlichen Babysitter-Service genutzt und haben uns in der Northampton Brewery ein paar Cocktails genehmigt. Zumindest für mich war das das erste Mal am Abend außer Haus seit wir in den USA angekommen sind!
Heute haben wir dann gleich nochmal zugeschlagen, haben die Anna vormittags abgegeben und sind um 8:30 in Richtung Belchertown aufgebrochen, um wenigstens einmal in trauter Zweisamkeit den Swift River befischen zu können. Es war ein sehr schöner, ruhiger, ja fast meditativer Vormittag am Wasser, der wieder zu einem guten Dutzend kleinen Saiblingen geführt hat. Ein paar richtig große Fische haben wir auch gesehen. Die hätten sich zwar gut heute Abend auf dem Grill gemacht, aber leider waren sie zu g'scheid für uns - dann "muss" es halt doch wieder ein schönes Ribeye werden... ;)
Heute haben wir dann gleich nochmal zugeschlagen, haben die Anna vormittags abgegeben und sind um 8:30 in Richtung Belchertown aufgebrochen, um wenigstens einmal in trauter Zweisamkeit den Swift River befischen zu können. Es war ein sehr schöner, ruhiger, ja fast meditativer Vormittag am Wasser, der wieder zu einem guten Dutzend kleinen Saiblingen geführt hat. Ein paar richtig große Fische haben wir auch gesehen. Die hätten sich zwar gut heute Abend auf dem Grill gemacht, aber leider waren sie zu g'scheid für uns - dann "muss" es halt doch wieder ein schönes Ribeye werden... ;)
![]() |
| Es ist einfach wunderschön am Swift - die Fischerei dort werde ich sehr vermissen. |
![]() |
| Zur richtigen Zeit fängt man solche Kameraden wie am Fließband. |
![]() |
| Wer sieht die Sandi? ;) |
Boston
Mit knapp 670.000 Einwohnern im direkten Stadtgebiet und mehr als 4,5 Millionen Einwohnern im Ballungsraum (das ist Platz 10 der bevölkerungsreichsten Ballungsräume in den USA!) ist Boston die unumstrittene Hauptstadt Neuenglands. Allein schon deshalb war es allerhöchste Zeit, der geschichtsträchtigen Ostküstenmetropole auch im Zusammenhang mit diesem USA-Aufenthalt wieder einen Besuch abzustatten. Ein großer Nachteil Bostons ist auf jeden Fall, dass die Stadt für ihre Größe und ihre wirtschaftliche wie touristische Bedeutung viel zu wenige Hotelbetten hat. Wir haben lange im Voraus recherchiert, wollten mehr als ein halbes Jahr im Voraus schon buchen - aber unter 100-150 Euro pro Nacht und Person geht in sinnvoller Lage und angemessener Qualität rein gar nichts. In der Regel muss man auf diesen Betrag noch deutlich was drauf legen. Und dann hat man üblicherweise noch kein Frühstück dabei, und Parken wird in der Innenstadt gerne mit 30-40 Dollar aufwärts pro Tag berechnet - auch für Hotelgäste...
Glücklicherweise allerdings liegt Northampton nur gut 1,5 Stunden von Boston weg, und im Grunde legt man fast die ganze Strecke nur auf der Autobahn I-90 zurück. Was liegt also näher, als die Stadt im Rahmen eines Tagesausflugs zu besuchen?
Wir sind also am vergangenen Donnerstag pünktlich um 8:30 losgefahren, um direkt um 10:00 das Skywalk Observatory im Prudential Tower (mit 52 Stockwerken und 228 m Dachhöhe gegenwärtig der zweithöchste Wolkenkratzer in Boston) zu besuchen. Wegen relativ starkem Verkehr und kleineren Stauungen sind wir mit einer halben Stunde Verspätung angekommen, was aber der Aussicht keinen Abbruch tat - glücklicherweise hatten wir wirklich schönes Wetter mit kristallklarer Luft.
Nachdem wir uns so einen Überblick über die Stadt verschafft hatten, sind wir gemütlich durch die Back Bay gelaufen, ein sehr schönes historisches Stadtviertel, das vor allem für seine bestens erhaltenen viktorianischen Sandsteinhäuser aus dem 19. Jahrhundert bekannt ist. Mittags gab es im Boston Common, quasi Bostons sehr kleine Version des New Yorker Central Parks, stilecht einen Hotdog, bevor wir dann zu Fuß den Freedom Trail entlang marschiert sind. Der Freedom Trail ist eine vom Nationalparkservice betreute 2,5-Meilen lange Route durch die Innenstadt von Boston, die an insgesamt 16 historisch bedeutsamen Sehenswürdigkeiten vorbei führt und allgemein einen schönen Einblick in die Stadt gibt. Man kommt nicht nur durch das eigentliche Downtown, sondern auch durch das Italienerviertel North End, sowie das historische Charlestown. Und wenn man dann noch nicht genug hat, kann man auch noch den Black Heritage Trail gehen, der durch Bostons ältestes Stadtviertel Beacon Hill führt. Obwohl Beacon Hill auch wunderschön ist, wie wir auf einer unserer letzten Reisen festgestellt haben, war uns diesmal der Freedom Trail genug Programm, so dass wir an dessen Ende eine schöne Ruhepause im kleinen Park rund um das Bunker Hill-Monument eingelegt haben. Von dort aus sind wir dann noch, quasi als letzte Etappe, mit der Bostoner U-Bahn nach Chinatown gefahren, wo wir uns mit einem klassischen Hot Pot-Abendessen wieder gestärkt haben. Fast auf die Minute genau um 20:00 haben wir dann wieder die Heimreise angetreten, die dank weniger Verkehr wie auf Schienen abgelaufen ist.
Alles in allem ein schöner Tag in einer der wohl schönsten Großstädte Amerikas. Anders, als z.B. bei Montreal, wo ich jetzt nicht unbedingt ein weiteres Mal hin muss, würde ich Boston immer wieder einen Besuch abstatten - es gibt einfach wirklich viel zu sehen, und auch ohne konkretes Programm lädt die Atmosphäre in den ganz unterschiedlichen Stadtvierteln immer wieder zum Verweilen ein.
Glücklicherweise allerdings liegt Northampton nur gut 1,5 Stunden von Boston weg, und im Grunde legt man fast die ganze Strecke nur auf der Autobahn I-90 zurück. Was liegt also näher, als die Stadt im Rahmen eines Tagesausflugs zu besuchen?
Wir sind also am vergangenen Donnerstag pünktlich um 8:30 losgefahren, um direkt um 10:00 das Skywalk Observatory im Prudential Tower (mit 52 Stockwerken und 228 m Dachhöhe gegenwärtig der zweithöchste Wolkenkratzer in Boston) zu besuchen. Wegen relativ starkem Verkehr und kleineren Stauungen sind wir mit einer halben Stunde Verspätung angekommen, was aber der Aussicht keinen Abbruch tat - glücklicherweise hatten wir wirklich schönes Wetter mit kristallklarer Luft.
![]() |
| Downtown Boston vom Skywalk Observatory des Prudential Center aus. |
| Fenway Park - wohl das berühmteste Baseballstadion der USA. |
| Am anderen Ufer des Charles River liegt das MIT - in vielen Rankings die beste Universität der Welt. |
| Das Old State House, eine der Sehenswürdigkeiten auf dem Freedom Trail. |
![]() |
| Das Bunker Hill-Monument, Endpunkt unseres Fußmarsches. |
![]() |
| Und am Abend dann schön Hot Pot. :) |
Mittwoch, 14. September 2016
Rafting auf dem Deerfield River
Heute konnte ich endlich einen lange gehegten Wunsch in die Tat umsetzen: Raften gehen! Normalerweise bleibt mir das verwehrt - auf Rundreisen häufig aus Zeitgründen, aber zudem, weil ich in der Sandi dafür keinen Verbündeten finde. Glücklicherweise konnte ich aber meinen Vater und meinen Bruder davon überzeugen, dass eine Rafting-Tour auf dem Deerfield River eine großartige Möglichkeit sein könnte, die Natur des westlichen Massachusetts mal von einer nicht alltäglichen Perspektive aus kennen zu lernen und gleichzeitig vielleicht noch ein bisschen Action abzukriegen. Der Deerfield ist nämlich hierzulande überregional bekannt - nicht nur als gutes Angelgewässer (ich habe ja schon mehrfach davon berichtet), sondern auch als ideales Gewässer für allerlei wassersportliche Aktivitäten von Kayakfahren bis Rafting. Dafür gibt es - neben der landschaftlichen Schönheit - zwei Hauptgründe: Erstens wird der am oberen Ende des Flusses gelegene Staudamm von dem betreibenden Elektrizitätswerk in der Regel jeden Vormittag geöffnet, was den Abfluss des Deerfield von etwa 130 cfs (cubic feet per second, etwa 3.700 Liter pro Sekunde) auf - je nach Saison - etwa 1.000 cfs (etwa 28.000 Liter pro Sekunde) erhöht und eine Art Flutwelle durch das Flusstal laufen lässt. Zum anderen gibt es den Zoar Gap, eine Engstelle, die als Wildwasser der Klasse III gewertet ist und angeblich auch von internationalen Kayak-Profis regelmäßig als Übungsstrecke genutzt wird.
Da nun für heute nochmal sommerlich warmes Wetter mit Temperaturen an die 30 °C angekündigt war, haben wir uns kurzerhand eingebucht. 70 Doller pro Nase, Beginn 10:30, Ende 16:30, Mittagessen inklusive. Als wir bei der auf Erlebnisaktivitäten spezialisierten Firma Zoar Outdoor ankamen, hatte ich schon eine gewisse, positive Vorahnung. Und tatsächlich: Wir sollten an diesem Tag die einzigen Kunden sein - wochenends werden regelmäßig Rafting-Trips mit bis zu 130(!) Teilnehmern auf ca. 20 Schlauchbooten absolviert, die dann im Konvoi fahren und beim Mittagspicknick alle gleichzeitig abgefertigt werden. Mit Naturerlebnis hat das dann aus meiner Sicht nix mehr zu tun - also waren wir schon mehr als froh über diesen glücklichen Zufall. Unser Guide Boyd hat uns kurz eingewiesen, dann ging es per Mini-Van zum Fife Brook-Staudamm, wo unsere 10-Meilen lange Tour beginnen sollte. Bis auf den erwähnten Zoar Gap mit Klasse III war der Rest als Klasse I bis II und somit als besonders anfängertauglich angegeben. Entsprechend ruhig war der Großteil der Fahrt auch: In weiten Teilen glich es eher einer ruhigen Sightseeing-Floßfahrt, und nur gelegentlich wurde man daran erinnert, dass es sich eigentlich um Wildwasser-Rafting gehandelt hat. Trotzdem war es eine schöne Tour, weil einmal die Flusslandschaft wirklich schön ist, und weil zum anderen Boyd ein äußerst gesprächiger Kerl war, mit dem wir uns über Gott und die Welt, über Rafting, Fischen, Jagen, das Landleben in Massachusetts, amerikanische Politik, über's Reisen und vieles andere mehr unterhalten haben.
Recht "witzig" war allerdings das Wetter: Mehr als 25 °C war es heute nämlich mit Sicherheit nicht warm. Und zwischendurch sind auch noch ordentlich Wolken aufgezogen, die sich einmal auch für ein paar Minuten in dicken Regentropfen über uns ergossen haben - damit waren wir dann wenigstens von unten und von oben nass...
Alles in allem aber eine schöne Aktion, die in mir die Lust geweckt hat, auch mal richtig raften zu gehen - oder eine Fliegengerte mitzunehmen und das Ganze als Float Trip zu betrachten, der einen an Angelplätze bringt, die man von der Straße aus nie erreichen würde.
Weil wir heute als einzige Gruppe unterwegs waren und damit eine Menge Zeit gespart haben, die normalerweise anfällt, wenn über 100 Rafter angetrieben werden müssen, waren wir dann schon um kurz nach 15:00 wieder an der Basis von Zoar Outdoor. Um den Nachmittag noch zu nutzen, sind wir wieder zum Sunburn Beach nördlich von Shelburne Falls gefahren, den wir schon an unserem ersten Wochenende besucht hatten. Dort sind wir dann nochmal ins angenehm kühle Wasser (ich schätze es auf 18 °C) der Gumpen des Deerfield River gesprungen und haben diesen schönen Tag ausklingen lassen.
Da nun für heute nochmal sommerlich warmes Wetter mit Temperaturen an die 30 °C angekündigt war, haben wir uns kurzerhand eingebucht. 70 Doller pro Nase, Beginn 10:30, Ende 16:30, Mittagessen inklusive. Als wir bei der auf Erlebnisaktivitäten spezialisierten Firma Zoar Outdoor ankamen, hatte ich schon eine gewisse, positive Vorahnung. Und tatsächlich: Wir sollten an diesem Tag die einzigen Kunden sein - wochenends werden regelmäßig Rafting-Trips mit bis zu 130(!) Teilnehmern auf ca. 20 Schlauchbooten absolviert, die dann im Konvoi fahren und beim Mittagspicknick alle gleichzeitig abgefertigt werden. Mit Naturerlebnis hat das dann aus meiner Sicht nix mehr zu tun - also waren wir schon mehr als froh über diesen glücklichen Zufall. Unser Guide Boyd hat uns kurz eingewiesen, dann ging es per Mini-Van zum Fife Brook-Staudamm, wo unsere 10-Meilen lange Tour beginnen sollte. Bis auf den erwähnten Zoar Gap mit Klasse III war der Rest als Klasse I bis II und somit als besonders anfängertauglich angegeben. Entsprechend ruhig war der Großteil der Fahrt auch: In weiten Teilen glich es eher einer ruhigen Sightseeing-Floßfahrt, und nur gelegentlich wurde man daran erinnert, dass es sich eigentlich um Wildwasser-Rafting gehandelt hat. Trotzdem war es eine schöne Tour, weil einmal die Flusslandschaft wirklich schön ist, und weil zum anderen Boyd ein äußerst gesprächiger Kerl war, mit dem wir uns über Gott und die Welt, über Rafting, Fischen, Jagen, das Landleben in Massachusetts, amerikanische Politik, über's Reisen und vieles andere mehr unterhalten haben.
Recht "witzig" war allerdings das Wetter: Mehr als 25 °C war es heute nämlich mit Sicherheit nicht warm. Und zwischendurch sind auch noch ordentlich Wolken aufgezogen, die sich einmal auch für ein paar Minuten in dicken Regentropfen über uns ergossen haben - damit waren wir dann wenigstens von unten und von oben nass...
Alles in allem aber eine schöne Aktion, die in mir die Lust geweckt hat, auch mal richtig raften zu gehen - oder eine Fliegengerte mitzunehmen und das Ganze als Float Trip zu betrachten, der einen an Angelplätze bringt, die man von der Straße aus nie erreichen würde.
![]() |
| Unsere kleine Raftinggruppe auf dem Weg zum Zoar Gap. |
![]() |
| Mitten drin im Wildwasser. |
![]() |
| Zum Ausklang noch ein Bad im Deerfield River. |
Montag, 12. September 2016
Rundreise - die Tage 8 bis 11
Man hat es sicher schon gemerkt: Während einer Rundreise, wo man etwa jeden zweiten Tag woanders sein Lager aufschlägt und von früh bis spät andauernd ein Programm geboten ist, kommt man eher schlecht zum Tagebuch- bzw. Blog-Schreiben. Das möchte ich hiermit nachholen und vom Rest unserer kleinen Neuengland-Tour berichten.
Weil es heute relativ neblig war, haben wir beschlossen, die knappe Stunde nach Norden zu fahren, um Camden einen Besuch abzustatten. Kurz und knapp: Für alle Beteiligten war das eine sehr gute Entscheidung, allen hat Camden von allen besuchten Städten mit am besten gefallen. Es ist einfach eine nette kleine Hafenstadt mit vielen netten Geschäften, Kaffees und Restaurants - ohne gleich wieder überkommerzialisiert und überlaufen zu wirken. Etwas im Gegensatz dazu steht die typischerweise etwas stärker gehypte "Konkurrentin" Boothbay Harbor. Im Grunde ähnlich strukturiert, hat man hier wesentlich eher das Gefühl, dass es sich um ein Touristendorf handelt und nicht um eine funktionierende Gemeinde, die vor allem für ihre Einwohner da ist. Zumindest war das im Mittel unser Eindruck, den wir gewonnen haben, als wir am Abend desselben Tages auch dieser Stadt einen Besuch abgestattet haben, um dort zu Abend zu essen (für mich gab's zum vierten mal an zwei Tagen Hummer - das reicht jetzt wieder für eine längere Zeit...).
Den Nachmittag dazwischen haben wir in unserem Hotel, dem historischen Newagen Seaside Inn, verbracht, um wenigstens einmal ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Der schon vorher erwähnte Nebel hat atmosphärisch nochmal einige Schippen drauf gelegt: Das geschichtsträchtige Gebäude, das große Anwesen direkt an der einsamen Felsenküste, alles im Nebel verhangen - das hatte schon was.
Den Nachmittag in Freeport haben wir dann hauptsächlich im Hotel, dem altehrwürdigen Harraseeket Inn, verbracht, wo wir den Altersschnitt beim 5-Uhr-Tee sauber gesenkt und als so ziemlich die einzigen den Hotelpool genutzt haben. Und nach dem Abendessen sind die Sandi und ich nochmal zum L.L. Bean-Flagship-Store vorgeschlendert, um gegen 22:00 ein paar schöne Klamotten zu kaufen. Warum? Weil wir es können. ;) Schon irgendwie ein lustiges Gefühl.
Der zweite Stopp war dann die Kleinstadt Keene in New Hampshire. Ich habe die Stadt ja schon mal in meinen einleitenden Worten zum Staat New Hampshire wegen ihres klangvollen Namens unter Freiheitsfreunden erwähnt. Darüber hinaus ist die Stadt aber auch bekannt für ihr alljährliches Kürbisfestival und dafür, eine typische neuenglische Kleinstadt zu sein. So hat sie sich uns dann auch gezeigt: Eine nette, Baum-gesäumte Innenstadt mit kleinen Läden, Kaffees und Restaurants, wo es sich super bummeln lässt. Aber auch die libertäre Seite hat sich in all ihrer Pracht gezeigt: Als wir uns in einem typisch linken Kaffee, das ganz auf organischen Fair-Trade-Kaffee spezialisiert und so politisch korrekt war, dass sogar die Mann/Frau-Schilder an den Klos durch "Mensch"-Schilder ausgetauscht wurden, hat neben uns ein völlig normal aussehender, etwa 30-jähriger Typ einen Kaffe bestellt - mit Pistole im Halfter. Das ist eben New Hampshire, und vielleicht Keene im Besonderen: Hippies und Schusswaffenfreunde leben Seite an Seite - Hauptsache der Staat redet einem nicht drein...
Donnerstag - Die Felsenküste von Maine
Sandi und ich waren ja schon vor zwei Jahren in Camden, Maine. Die kleine Stadt ist uns zwar nicht unangenehm in Erinnerung geblieben, aber so richtig viel haben wir uns damals nicht angeschaut - im Grunde war Camden nur ein günstig gelegener Zwischenstopp auf der Fahrt von der südlichen Küste Maines zum relativ weit nördlich gelegenen Acadia National Park. Diesmal hatten wir den bewusst von der Routenplanung ausgeschlossen, um neben Montreal nicht noch einen größeren Ausreißer drin zu haben, der vor allem Meilen auf den Tacho bringt. Als Ersatz eben die zwei Nächte an der Felsenküste von "Mittelmaine" in der Nähe der kleinen Hafenstädte Boothbay Harbor und Camden.Weil es heute relativ neblig war, haben wir beschlossen, die knappe Stunde nach Norden zu fahren, um Camden einen Besuch abzustatten. Kurz und knapp: Für alle Beteiligten war das eine sehr gute Entscheidung, allen hat Camden von allen besuchten Städten mit am besten gefallen. Es ist einfach eine nette kleine Hafenstadt mit vielen netten Geschäften, Kaffees und Restaurants - ohne gleich wieder überkommerzialisiert und überlaufen zu wirken. Etwas im Gegensatz dazu steht die typischerweise etwas stärker gehypte "Konkurrentin" Boothbay Harbor. Im Grunde ähnlich strukturiert, hat man hier wesentlich eher das Gefühl, dass es sich um ein Touristendorf handelt und nicht um eine funktionierende Gemeinde, die vor allem für ihre Einwohner da ist. Zumindest war das im Mittel unser Eindruck, den wir gewonnen haben, als wir am Abend desselben Tages auch dieser Stadt einen Besuch abgestattet haben, um dort zu Abend zu essen (für mich gab's zum vierten mal an zwei Tagen Hummer - das reicht jetzt wieder für eine längere Zeit...).
![]() |
| Die farbenfrohen Fassaden in der Innenstadt von Camden. |
![]() |
| Der Yachthafen von Camden im sich langsam auflösenden Nebel. |
![]() |
| In der Innenstadt von Boothbay Harbor. |
![]() |
| Nebliger Blick von der Hotelterasse auf Küste und Pool... |
![]() |
| ...und vom Pool aufs Hotel. |
Freitag - Endlich am Strand
Und wieder hieß es umziehen, der nächste Stopp steht auf dem Programm. Unglücklicherweise hatten wir diese letzten beiden Nächte nicht vorgebucht, weil wir fest der Überzeugung waren, dass die Saison mit dem Labor Day vergangenen Montag endet und man überall einfach nur zur Tür hinein spazieren muss, um ein Zimmer zu bekommen. Naja - weit gefehlt. Anscheinend nutzt halb Amerika nochmal die "Shoulder Season" im immer noch warmen September, um an der Küste Maines die letzten Sommertage zu genießen. So kam es, dass wir erst nach langen, teilweise frustrierenden Recherchen mit Internet und Telefon ein Zimmer gefunden haben. Nicht, wie ursprünglich geplant, in einer der Beach Communitys wie Old Orchard Beach oder Ogunquit, sondern in Freeport, das wir ja bereits am Mittwoch während der Anreise an die Küste kurz besucht hatten. Um dennoch wenigstens einmal in den Genuss eines Sandstrandes am Atlantik zu kommen, haben wir auf der Fahrt von Cape Newagen nach Freeport einen Stopp im Reid State Park eingelegt. Das ist einmal mehr ein staatlich verwaltetes Naturschutzgebiet (eine Art Mini-Nationalpark), das sich vor allem durch ein paar wirklich schöne Sandstrände auszeichnet. Dort haben wir dann ausgiebig in den gar nicht mal üblen Wellen gebadet (das Wasser war - so würde ich schätzen - 16-17 °C "warm" und damit optimal erfrischend) und uns in der Sonne im Sand wieder aufgewärmt. Wunderbare Sache!![]() |
| Einer der Strände im Reid State Park. |
![]() |
| Teilweise waren die Wellen mehr als mannshoch - das hat Spaß gemacht! |
![]() |
| Abendstimmung in Freeport. |
Samstag - Portland und sein Leuchtturm
Wie es der Zufall so wollte, war an genau diesem Samstag der einmal jährliche Tag des Leuchtturms (oder so ähnlich), an dem alle Leuchttürme Maines dem interessierten Publikum zugänglich gemacht werden. Schönerweise liegt gut 10 Minuten südlich von Freeport die Stadt Portland, mit knapp 70.000 Einwohnern die größte Stadt des nur gut 1,3 Millionen Einwohner zählenden Staates Maine (Deutschland ist ziemlich genau 4x so groß wie Maine, hat aber mehr als 60x soviele Einwohner...). Und wieder eine Viertelstunde weiter im Süden der Stadt hat Portland seinen eigenen Leuchtturm, das Portland Headlight. Was lag also näher, als die Chance zu nutzen und einen Leuchtturm von Innen zu besichtigen? Leider haben sich das auch ziemlich viele andere Touristen und Einheimische gedacht, nicht zuletzt die 2.224 Passagiere des am selben Tag im Hafen von Portland liegenden Kreuzfahrtschiffes Norwegian Dawn, das sich zurzeit auf einer 7-tägigen Reise entlang der Küste von Ostkanada und Neuengland befindet. Weil also die Wartezeit für eine (kostenfreie!) Besichtigung mindestens zwei Stunden betragen hat, haben wir uns Tickets für eine der letzten Touren geholt und sind zum Zeitvertreib nach Portland Downtown zurück gefahren, um uns ein bisschen die (für amerikanische Verhältnisse) alte Hafenstadt anzuschauen. Mir gefällt Portland sehr gut, die roten Backsteingebäude im alten Hafenviertel haben ihren ganz eigenen Charme, und die Größe der Stadt ist gerade richtig, dass genug geboten wird, ohne im Trubel einer Großstadt zu enden. Nach ausgiebigem Bummel durch die Gassen und dem erfolglosen Versuch, so nah wie möglich an die Norwegian Dawn heranzukommen, sind wir wieder zum Leuchtturm zurück gefahren und konnten im Zwei-Schicht-Betrieb (damit immer eine Schicht auf die kleine Anna, die wir am Boden zurück gelassen haben, aufpassen konnte) den Leuchtturm erklimmen und die Aussicht genießen. Mit dieser schönen Attraktion war dann die Rundreise schon fast an ihrem Ende angekommen, weil wir den Tag dann nur noch im Umfeld des Hotels in Freeport ausklingen lassen haben.![]() |
| Das Portland Headlight, der Leuchtturm von Portland. |
![]() |
| Winke, winke! |
![]() |
| Wieder coole Stimmung beim Blick von oben. |
![]() |
| Die Gassen des Alten Hafenviertels in Portland. |
![]() |
| Downtown Portland. |
![]() |
| Da kann man sagen, was man will - aber irgendwie sehen Nutzfahrzeuge in den USA cooler aus, als dieser MAN-Standard bei uns. |
Sonntag - Endlich geht's (zurück) nach Northampton!
Insbesondere bei Sandi und mir war jetzt schon eine große Vorfreude da, endlich wieder zurück "nach Hause", ins schöne Apartment in Northampton zu kommen. Aber auch meine Familie war schon gespannt, endlich unsere temporäre Wahlheimat kennen zu lernen. Also haben wir nach dem Frühstück sofort die Pferde gesattelt und sind nach Westen, gen Massachusetts aufgebrochen. Natürlich fährt man so eine knapp 4-stündige Route nicht unbedingt ohne Zwischenstopp. Zwei hatten wir uns davor überlegt: Zuerst den Bass Pro Shop in Hooksett, New Hampshire, damit auch meine weniger Angel- und Jagd-verrückte Familie mal einen Eindruck von diesem Teil des echten Amerika bekommt. Den haben sie auch gekriegt, und das Beste ist: Keiner ist ohne Einkäufe davon gekommen. Aber zum Beispiel Wanderhosen mit abnehmbaren Beinteilen kann halt jeder brauchen. ;)![]() |
| Eine weitere Bass Pro-Filiale abgehakt... |
![]() |
| Auch wenn's bei weitem nicht die größe war, die wir je besucht haben, gibt's auch hier etwas für jeden Bedarf und Geldbeutel. |
![]() |
| Innenstadt von Keene, New Hampshire. |
![]() |
| Altes Kino in der Innenstadt von Keene. Der Typ mit der Kappe im Hintergrund ist der beschriebene 2nd Amendment-Freund. |
Gegen 17:00 waren wir dann endlich in Northampton und haben (wieder) Quartier bezogen. Weil aus dem geplanten Abendessen im Diner nichts wurde, haben wir in der Innenstadt beim Mexikaner draußen gesessen und sehr gut mexikanisch gespeist, bevor wir die Rundreise an der Feuerstelle im Garten des Appartments ausklingen haben lassen. Jetzt sind alle gespannt, was die kommende Woche, in der wir hier die Gegend vorstellen werden, so bringt.
Abonnieren
Posts (Atom)


























































