Samstag, 17. September 2016

Boston

Mit knapp 670.000 Einwohnern im direkten Stadtgebiet und mehr als 4,5 Millionen Einwohnern im Ballungsraum (das ist Platz 10 der bevölkerungsreichsten Ballungsräume in den USA!) ist Boston die unumstrittene Hauptstadt Neuenglands. Allein schon deshalb war es allerhöchste Zeit, der geschichtsträchtigen Ostküstenmetropole auch im Zusammenhang mit diesem USA-Aufenthalt wieder einen Besuch abzustatten. Ein großer Nachteil Bostons ist auf jeden Fall, dass die Stadt für ihre Größe und ihre wirtschaftliche wie touristische Bedeutung viel zu wenige Hotelbetten hat. Wir haben lange im Voraus recherchiert, wollten mehr als ein halbes Jahr im Voraus schon buchen - aber unter 100-150 Euro pro Nacht und Person geht in sinnvoller Lage und angemessener Qualität rein gar nichts. In der Regel muss man auf diesen Betrag noch deutlich was drauf legen. Und dann hat man üblicherweise noch kein Frühstück dabei, und Parken wird in der Innenstadt gerne mit 30-40 Dollar aufwärts pro Tag berechnet - auch für Hotelgäste...
Glücklicherweise allerdings liegt Northampton nur gut 1,5 Stunden von Boston weg, und im Grunde legt man fast die ganze Strecke nur auf der Autobahn I-90 zurück. Was liegt also näher, als die Stadt im Rahmen eines Tagesausflugs zu besuchen?
Wir sind also am vergangenen Donnerstag pünktlich um 8:30 losgefahren, um direkt um 10:00 das Skywalk Observatory im Prudential Tower (mit 52 Stockwerken und 228 m Dachhöhe gegenwärtig der zweithöchste Wolkenkratzer in Boston) zu besuchen. Wegen relativ starkem Verkehr und kleineren Stauungen sind wir mit einer halben Stunde Verspätung angekommen, was aber der Aussicht keinen Abbruch tat - glücklicherweise hatten wir wirklich schönes Wetter mit kristallklarer Luft.

Downtown Boston vom Skywalk Observatory des Prudential Center aus.
Fenway Park - wohl das berühmteste Baseballstadion der USA.
Am anderen Ufer des Charles River liegt das MIT - in vielen Rankings die beste Universität der Welt.
Nachdem wir uns so einen Überblick über die Stadt verschafft hatten, sind wir gemütlich durch die Back Bay gelaufen, ein sehr schönes historisches Stadtviertel, das vor allem für seine bestens erhaltenen viktorianischen Sandsteinhäuser aus dem 19. Jahrhundert bekannt ist. Mittags gab es im Boston Common, quasi Bostons sehr kleine Version des New Yorker Central Parks, stilecht einen Hotdog, bevor wir dann zu Fuß den Freedom Trail entlang marschiert sind. Der Freedom Trail ist eine vom Nationalparkservice betreute 2,5-Meilen lange Route durch die Innenstadt von Boston, die an insgesamt 16 historisch bedeutsamen Sehenswürdigkeiten vorbei führt und allgemein einen schönen Einblick in die Stadt gibt. Man kommt nicht nur durch das eigentliche Downtown, sondern auch durch das Italienerviertel North End, sowie das historische Charlestown. Und wenn man dann noch nicht genug hat, kann man auch noch den Black Heritage Trail gehen, der durch Bostons ältestes Stadtviertel Beacon Hill führt. Obwohl Beacon Hill auch wunderschön ist, wie wir auf einer unserer letzten Reisen festgestellt haben, war uns diesmal der Freedom Trail genug Programm, so dass wir an dessen Ende eine schöne Ruhepause im kleinen Park rund um das Bunker Hill-Monument eingelegt haben. Von dort aus sind wir dann noch, quasi als letzte Etappe, mit der Bostoner U-Bahn nach Chinatown gefahren, wo wir uns mit einem klassischen Hot Pot-Abendessen wieder gestärkt haben. Fast auf die Minute genau um 20:00 haben wir dann wieder die Heimreise angetreten, die dank weniger Verkehr wie auf Schienen abgelaufen ist.

Das Old State House, eine der Sehenswürdigkeiten auf dem Freedom Trail.
Das Bunker Hill-Monument, Endpunkt unseres Fußmarsches.
Und am Abend dann schön Hot Pot. :)
Alles in allem ein schöner Tag in einer der wohl schönsten Großstädte Amerikas. Anders, als z.B. bei Montreal, wo ich jetzt nicht unbedingt ein weiteres Mal hin muss, würde ich Boston immer wieder einen Besuch abstatten - es gibt einfach wirklich viel zu sehen, und auch ohne konkretes Programm lädt die Atmosphäre in den ganz unterschiedlichen Stadtvierteln immer wieder zum Verweilen ein.

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