Freitag - Treffen in Vermont und Weiterfahrt nach Montreal
Am Freitag haben wir früh aus unserer netten Herberge ausgecheckt, um in Downtown Woodstock bei der
Mountain Creamery frühstücken zu gehen. Das war dann wieder mal das richtige
Small-Town-Amerika, wie wir es am meisten schätzen: Rustikal-schmucklose aber praktische Inneneinrichtung inkl. der klassischen Diner-Nischentische mit gegenüberliegenden Sitzbänken, dazu eine resolute Bedienung und ständig nachgeschenkter Kaffee aus der Kanne. Gegessen haben wir entsprechend typisch amerikanische Frühstücksgerichte - die Sandi ein riesiges, herzhaftes Omelett mit Käse, ich Spiegeleier mit Speck, Toast und Bratkartoffeln. Da braucht man dann auch bis zum Abendessen nix mehr...
Nach diesem kräftigenden Start in den Tag sind wir zur nahegelegenen
Sugarbush Cheese & Maple-Farm gefahren. Das ist eine ganz normale, im operationellen Betrieb stehende Farm, die - für Vermont typisch - vor allem Cheddar-Käse und Ahornsirup herstellt. Als zusätzliches Standbein hat die Farmer-Familie einen Hofverkauf eingeführt, der als Schmankerl für Touristen so ein bisschen wie ein lebendes Museum aufgebaut ist, d.h. man kann eine kleine Ausstellung zur Ernte und Herstellung von Ahornsirup anschauen, den Mitarbeitern vom Bauernhof beim Herstellen von Käse zuschauen, und alle Produkte auch probieren. Wir haben nicht widerstehen können und haben uns je zweierlei Ahornsirup und Cheddar-Käse gekauft.
 |
| Anna füttert Ziegen auf dem Bauernhof. Aber immer nur genau ein Korn! ;) |
Nachdem die Anna dann noch die hofeigenen Ziegen gestreichelt und gefüttert hat, sind wir zur wieder nur wenige Minuten entfernten
Quechee Gorge gefahren - die Vermonter sprechen von ihrer Variante des Grand Canyons. Naja, ganz so beeindruckend ist die Quechee Gorge sicher nicht, aber eine nette Schlucht, deren Besichtigung schon lohnt, wenn man eh in der Gegend ist. Wenn nicht grad Trockenheit herrscht, soll sich dort wohl auch ganz gut Fliegenfischen lassen... ;-)
Das eigentliche Highlight an der Quechee Gorge war aber, dass wir genau dort auf die Familie Schmitt Sr. getroffen sind! Die haben's nämlich am Vorabend noch bis in die Vororte von Manchester, New Hampshire geschafft und sind dann Freitag morgen die knapp 2 Stunden bis nach Vermont gefahren. Da war die Wiedersehensfreude natürlich groß!
 |
| Blick in die gerade etwas trockene Quechee Gorge. |
 |
| Dieser Elch im Souvenir-Shop an der Quechee-Gorge bringt Vermont, das, wie ich irgendwo mal gelesen habe, nur aus Hippies und Rednecks (und Wildtieren) besteht, so ziemlich auf den Punkt. |
Nach einer gemeinsamen Besichtigung der Gorge und einem Kaffee sind wir dann gemeinsam auf schnellstem Wege und ohne weitere signifikante Stopps nach Montreal gefahren. Nach etwa 3 Stunden Fahrt waren wir am späten Nachmittag in der größten Stadt der kandadischen Provinz Quebec, wo wir uns noch ein bisschen die Altstadt und insbesondere die beeindruckende
Notre Dame-Basilica angeschaut haben. Nach einem Abendessen direkt in der Rue Sainte Paul Ouest, wo es sich super Leute anschauen lassen hat, sind wir dann in unsere super Apartments zurück. Nach einem Fläschchen Rotwein war dieser lange Reisetag dann erstmal vorbei.
 |
| Die Notre Dame-Basilika von Montreal. |
 |
| Im Inneren der beeindruckenden Kirche. |
Samstag - Sightseeing in Montreal
Für dem Samstag stand dann klassisches Sightseeing in Montreal auf dem Programm. Wir haben uns dazu für eine Doppeldecker-Bustour entschieden, die einmal durch die komplette Stadt fährt und an 9 Haltestellen ein jederzeitiges Zu- und Aussteigen ermöglicht. Weil das Wetter aber wirklich optimal war (nicht zu kalt, nicht zu heiß, wunderbar sonnig), waren wir froh, überhaupt einen Platz im offenen Deck zu ergattern und sind erst ganz zum Schluss ausgestiegen. Die zwei letzten Haltestellen liegen nämlich auf dem
Mont Royal, der der Stadt ihren Namen gegeben hat. Nach kurzer Wanderung von der Haltestelle weg hatten wir dann ausgezeichnete Blicke über die Skyline von Downtown Montreal.
 |
| Klassische Doppeldecker-Bustour. |
 |
| Die Skyline von Montreal vom Mont Royal aus. |
Am Nachmittag haben wir dann noch den
Alten Hafen (Vieux Port) besucht und sind an der Uferpromenade entlang geschlendert, bevor wir wieder in der Altstadt zu Abend gegessen haben. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Montreal eine interessante, vielseitige Stadt ist, die in der Innenstadt 3 Gesichter zeigt: Die Altstadt mit relativ kleinen Gassen, Fußgängerzonen und Kopfsteinpflaster, die auf jeden Fall an Frankreich erinnert; Downtown rund um die
Eaton Mall, das mit seinen zahlreichen Geschäften, Restaurants und den Tausenden von Menschen auf den Gehsteigen auch recht europäisch wirkt; und den Business District, der klassisch nordamerikanisch durch Wolkenkratzer geprägt ist. Dazu die Mischung aus französischer und englischer Sprache, aus französischen Brasserien und amerikanischen Restaurants - das macht Montreal zu einem spannenden, einzigartigen Mix. Trotzdem waren wir uns einig, dass wir jetzt genug von der Stadt gesehen haben und uns auf die Weiterreise im "richtigen Amerika" ;-) freuen.
 |
| In den Altstadtgassen von Montreal. |
 |
| Impressionen. |
Sonntag - Fahrt nach Stowe, Vermont
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Diner, stilecht mit Eiern, Speck und Bratkartoffeln, sowie unendlich Kaffee, sind wir um 10:00 aufgebrochen, um Kanada wieder zu verlassen und unsere eigentliche Rundreise zu beginnen. Erster Stopp auf der Route ist der Ferienort
Stowe in Vermont. Dort haben wir schöne Zimmer im 1833 gegründeten
Green Mountain Inn, und konnten nach der dreistündigen Fahrt schön am hoteleigenen Pool relaxen. Eigentlich wollten wir dann noch die nahegelegene
Ben & Jerry's-Factory besichtigen. Als wir dort aber ankamen, standen hunderte Leute für eine Kugel Eis an, und die nächste verfügbare Werksführung hätte eine Wartezeit von fast 1,5 Stunden erfordert. Ist halt leider Labor Day-Wochenende, für die Amis das letzte Wochenende des Sommers. Dann eben nicht... Sandi und ich haben stattdessen einen weiteren, sehr gut sortierten Fliegenfischer-Shop besucht, bevor der Tag im Restaurant des Hotels ausgeklungen ist.
 |
| Die Innenstadt von Stowe vom 3. Stock des Green Mountain Inn aus. |
 |
| Warteschlange noch vor dem Eingang der Ben & Jerry's-Fabrik. Dann eben ohne uns... |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen