Für heute war in der Northampton/Amherst-Gegend, wie schon in den letzten Tagen auch, wieder schwüles, unstetes Wetter mit hoher Gewitter- und Niederschlagsgefahr angesagt. Gleichzeitig sollte es an der Südküste Neuenglands mit hoher Wahrscheinlichkeit schön sonnig bleiben. Was lag also näher, als einen Strandausflug zu machen? Mit die am schnellsten von Northampton aus zu erreichenden Strände liegen an der Küste Connecticuts, und zwar im
Hammonasset Beach State Park, laut Google Maps ca. 1,5 Stunden mit dem Auto, fast durchgängig auf gut ausgebauten Free- und Highways. Gesagt, getan: Nach einem schnellen Frühstück und einem kurzen Zwischenstopp bei einem Walmart in der Hoffnung, dort einen Sonnenschirm zu ergattern (die leider enttäuscht wurde...), haben wir gegen viertel nach 10 das Eingangstor zum State Park durchquert und als Wochenend-Out-of-State-Visitors $22 Eintritt bezahlt. Schon beim Verlassen des klimatisierten Autos gab es dann eine Wadschn, die als Vorwarnung für später dienen sollte: Wir sprechen von mehr als 35°C im Schatten und sicher über 70-80% Luftfeuchtigkeit, bei gleichzeitig strahlend blauem Himmel mit Sonnenschein. Und das ohne Schirm... Gut, umsonst wollen wir natürlich auch nicht her gefahren sein, also schauen wir zumindest mal an den Strand. Genauer gesagt an den East Beach, weil es im State Park gleich ein paar Strände mit eigenen Parkplätzen, kleinen Verkaufsständen und Umkleidekabinen gibt. Im Netz hatten wir gelesen, dass der East Beach der am wenigsten überlaufene sei, also haben wir natürlich dort geparkt. Jedenfalls war der Strand genau so, wie wir es uns angelesen hatten und auch von anderen Besuchen von Strand-State Parks an der Ostküste kannten: Meilenlang und breit zieht sich der hellgraue Sandstrand dahin, nach hinten begrenzt von Dünen bzw. wilder Vegetation. Und selbst an einem bullenheißen Samstag ist es nicht wahnsinnig überlaufen. Klar, man ist nicht allein in der Wildnis, aber Rimini sieht auch anders aus. So schön der Strand aber auch wäre - ohne Schirm können wir maximal einmal ins Wasser gehen und müssen danach wieder fahren. Zu groß ist die Gefahr von Sonnenbrand oder gar Sonnenstich, und schon jetzt läuft uns allen dreien nur so der Schweiß runter. Es muss also eine Lösung her, und zum Glück gibt es die: Ein paar hundert Meter weiter verkauft einer der Stände Sonnenschirme! Und nachdem ich einen der letzten davon kaufen konnte, steht einem etwas längeren Strandaufenthalt nix mehr im Weg. Insgesamt bleiben wir dann auch fast 3 Stunden, bevor wir doch die Zelte wieder abbrechen. Es ist einfach zu heiß, selbst im Schatten, und wenn man nur ein paar Meter über den Sand geht, verbrennen einem die Fußsohlen (sprichwörtlich: Ich habe mir tatsächlich eine Brandblase geholt!). Und zu allem Überfluss stellt sich heraus, dass die Anna weder Sand noch das Meer in besonderem Maße leiden kann. Gut, das mit dem Sand hat sich im Sandkasten daheim in Anzing schon angedeutet, aber dass unsere kleine Wasserratte Angst vor Wellen und dem großen, weiten Meerwasser hat, das hätten wir so nicht erwartet...
 |
| Der East Beach-Teil vom Hammonasset Beach State Park. |
 |
| Zaghaft wagt sich die Anna an die Brandung heran. Wir waren natürlich immer nur Zentimeter entfernt, auch wenn das hier anders aussieht. ;) |
 |
| Auch der Schirm bietet nur wenig Schutz vor der gleißenden Sonne. |
Damit der Ausflug trotzdem zum Tagesausflug wird, entschließen wir uns, auf dem Rückweg in der Hauptstadt Connecticuts, in Hartford, das
Connecticut Science Center zu besichtigen - das ist nämlich sicher auch klimatisiert. ;) Dieses Center ist eine Art Erlebnismuseum, das vor allem Kindern naturwissenschaftliche Zusammenhänge näher bringen soll. Starkerweise sind die Inhalte aber so aufbereitet, dass sie durchaus auch für Erwachsene interessant sind. Ein ganz tolles Beispiel ist ein Bildschirm, bei dem man an einem Rad drehen kann, das dafür sorgt, dass das gezeigte Video voran geht. Bei dem Video handelt es sich um Luftaufnahmen des Connecticut River, und zwar von einem lückenlosen(!) Flug von der Quelle in Kanada bis zur Mündung in den Atlantik. Man kann also in Zeitlupe, Echtzeit oder per Zeitraffer (das hängt ganz davon ab, wie schnell man das Rad dreht) den ganzen Fluss entlang fliegen und lernt dabei über eingeblendete Bildunterschriften alles Wissenswerte über diesen größten und wichtigsten Fluss Neuenglands. Für mich mehr als faszinierend, für die Anna (zumindest zeitweise) auch ein Spaß, weil sie an dem Rad drehen und beobachten konnte, dass sich was tut. Ansonsten gab's noch Tiere, Experimente und verschiedene Ausstellungsbestandteile, die speziell für Kinder unter 5 Jahren reserviert waren - zum Beispiel eine Modellküche. Die Anna war jedenfalls ganz außer sich vor Aufregung über die zahlreichen Möglichkeiten. :)
 |
| Die Skyline von Hartford, CT. |
 |
| Anna ist ganz begeistert von der Babyküche. |
 |
| Gartenarbeit muss auch manchmal sein. |
 |
| Downtown Hartford vom Connecticut Science Center aus. |
Nach weiteren knapp 3 Stunden im Science Center ging's dann die 45 Minuten zurück nach Northampton, wobei wir noch in Holyoke beim
Cracker Barrel halt machten, um ein relativ frühes Abendessen einzunehmen. Cracker Barrel ist so eine Mischung aus klassischem amerikanischem Country-Restaurant und Country-Store. Das heißt, es dreht sich alles ums altehrwürdige amerikanische Landleben, es gibt Schaukelstühle und allerhand andere Landhaus-Einrichtungs- und Deko-Gegendstände zu kaufen, preisgünstige Fleisch- und Kartoffel-lastige Küche, und das Ganze ist unaufdringlich mit alten Nummernschildern, alten Gewehren und Jagdtrophäen renoviert ohne Spleenig zu wirken. Einwandfreie Sache!
 |
| Anna hochkonzentriert am Spielen bei Cracker Barrels. |
 |
| Aber übers Essen, das gerade herangetragen wird, freut sie sich auch. |
Alles in allem ein schöner, abwechslungsreicher, aber auch anstrengender Tag. Und die Beschreibung vom Strandaufenthalt oben klingt sicher negativer, als es eigentlich war. Wir waren uns jedenfalls einig, dass wir sowohl den Strand, als auch Hartford (da gibt's ja z.B. noch das Mark Twain-Haus) wieder besuchen werden. Dann aber bei 25 °C und wenigstens teilweise bewölktem Himmel. ;)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen