Sonntag, 14. August 2016

Ein ganz normaler Sonntag

Für diesen Sonntag hatten wir uns extra mal nix größeres vorgenommen. Stattdessen wollten wir am Vormittag ein bisschen in Northampton spazieren gehen, und den Nachmittag flexibel nach Gusto gestalten. Dieser zurückhaltende Plan war nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass das aktuelle Tropenwetter noch bis Montag anhalten soll.
Um also der schlimmsten Hitze zu entgehen, sind wir gleich nach dem Frühstück um kurz nach 9:00 losmarschiert. Obwohl die meisten Geschäfte auch Sonntags offen haben, machen sie da meistens erst gegen 11:00 auf, sodass auch hierzulande eine gewisse sonntägliche Ruhe spürbar ist. Wir sind dann gut 1,5 Stunden durch die Innenstadt spaziert und haben in die Schaufenster der kleinen Läden geschaut. Diese 1,5 Stunden waren aber auch bei weitem genug - schweißüberströmt und direkt ausgepowert sind wir kurz vor 11:00 wieder in der - Gott sei's gedankt - klimatisierten Wohnung angekommen. Wirklich der Wahnsinn, wenn schon am Morgen Temperaturen deutlich über 30°C herrschen und die Luftfeuchtigkeit um die 80% beträgt...

Hinter diesem historischen Gebäude, das heute ein Bed&Breakfast ist, liegt unser Bungalow-Apartment.
Zwei Grundstücke weiter liegt eine der zahlreichen Kirchen.
Die nette Innenstadt von Northampton in der Ruhe eines frühen Sonntag Vormittag.
Hier finden regelmäßig Konzerte statt.
Gleich am Rand der Innenstadt beginnt der riesige Campus des Smith College. Im Grunde gehört unser halbes Viertel zu dieser Elite-Uni, die ausschließlich Frauen studieren lässt.
Einer der Campus-Höfe des Smith College.
Während die Sandi und die Anna das Wetter eben in der kühlen Wohnung aussitzen wollten, war meine Lösung klar: Swift River. ;) Nach einem kurzen Lebensmitteleinkauf für's Abendessen und den Wochenstart und einem kleinen Mittagssnack bin ich um kurz nach 13:00 einmal mehr Richtung Belchertown aufgebrochen, um einmal völlig in Ruhe, vor allem aber auch im kühlen Wasser des Swift meiner geliebten Angelei nachzugehen. Diesmal wollte ich einen etwas flussabwärts gelegenen Abschnitt, der nicht mehr zur Catch&Release-Strecke gehört, ausprobieren. Und zwar aus drei Gründen: Einmal finde ich es irgendwie nach wie vor befremdlich, Fischen nachzustellen, von denen ich schon vorher weiß, dass ich sie nicht essen werde. Außerdem wollte ich eine Stelle finden, die nicht so stark befischt wird, wie der Oberlauf. Und zum Dritten liegt der Reiz der Flussfischerei sowieso darin, dass man den faszinierenden Fließgewässern in ihrem Lauf folgt und andauernd von neuen landschaftlichen Eindrücken, aber auch von anglerischen Herausforderungen überrascht wird.

Fliegenfischer-Stilleben.
Wie sich herausstellt, war dieser Plan alles andere als ein Fehler: Bis auf zwei nette Rednecks, die grade mit dem Angeln fertig wurden, als ich ankam, und die mir im Smalltalk noch ein paar gute Tipps mit an die Hand gaben, bin ich in den nächsten 3,5 Stunden nur noch einem weiteren Angler begegnet, wobei "begegnen" in diesem Fall bedeutet, dass ich ihn ca. 100 Meter weiter gesehen habe. Stattdessen bin ich aber wirklich unzähligen Fischen "begegnet" - nach dem zehnten, wunderschön gefärbten, natürlichen Jungsaibling (alle so in der 10-15cm-Klasse), den ich gefangen habe, habe ich aufgehört zu zählen. Zusätzlich habe ich auch noch zwei größere Saiblinge von etwa 25cm landen können - da habe ich schon überlegt, ob die nicht als Abendessen dienen könnten. Schlussendlich fand ich sie dann doch noch etwas zu klein, so dass auch die beiden wieder schwimmen durften. Aber der Bann ist gebrochen, der Swift River öffnet sich mir so langsam. Von der Natur und der Umgebung her, hat mich der Fluss ja schon seit meinem ersten Besuch überzeugt. Das wurde heute nochmal in aller Deutlichkeit bestätigt. Unter anderem bin ich heute auch an einigen Wohn- und Wochenendhäusern vorbei gekommen, deren Grundstücke direkten Flusszugang aufweisen. Da könnte ich es schon aushalten! Jetzt müsste nur noch das richtige Angebot von der Uni hier kommen... ;-)

Der erste halbwegs vernünftige Bachsaibling.
Was würde ich für so ein (Ferien-)haus geben! In dem Wohnwagen links ist eine Sauna, wie ich vom Besitzer erfahren habe. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen