Vor wenigen Minuten sind wir von einem neuerlichen Ausflug nach Connecticut zurück gekommen, zu dem wir heute morgen vor knapp 13 Stunden aufgebrochen waren. Heute ging es nach
Mystic, ein kleiner 4.000-Seelen-Ort, der an der Mündung des Mystic River in den Atlantik liegt. Bekannt ist Mystic vor allem für den
Mystic Seaport, ein Freilichtmuseum zur Seefahrt-Geschichte Neuenglands, das - ähnlich wie im Glentleiten-Museum bei Garmisch - alte Häuser, die andernorts abgetragen wurden, wieder aufgebaut und zusätzlich einige historische Schiffe im Museumshafen liegen hat. Wegen dieser wichtigen Sehenswürdigkeit hat sich in Mystic eine ansehnliche touristische Infrastruktur entwickelt. So gib es dort außerdem noch das
Mystic Aquarium, sowie das
Olde Mistick Village, wieder mal eins der hierzulande so beliebten Shopping-Villages. Und zuguter letzt hat sich auch das Ortszentrum, dass sich beiderseits des Mystic Rivers erstreckt, herausgeputzt und steht als nettes neuenglisches Küstenstädtchen mit zahlreichen Restaurants und Cafes da.
Uns ging's erstmal um das Aquarium, weil die Anna sich schon im Alter von gut 3 Monaten während unserer DDR-Rundreise an den Fischen im Stralsunder
Ozeaneum bzw. im Warener
Müritzeum erfreut hat. Aber weil's die Eintrittskarten zum Aquarium im Paket mit Tickets zum Seaport etwas "günstiger" gab (der Preis für 2 Erwachene lag dann immer noch bei etwas über stolzen 100 Dollar!), haben wir den auch noch mitgenommen. Um ca. 10:00 waren wir beim Aquarium angekommen, wo für einen Freitag schon ziemlich viel los war - sind eben noch die letzten Züge der Sommerferien, und New York City mit seinen 22 Millionen Einwohnern im Ballungsraum ist auch nicht weit... Bis ca. 12:00 hat uns das Aquarium dann recht nett unterhalten. Die Anna war insbesondere fasziniert von den Stachelrochen, die man sogar füttern und streicheln durfte, aber auch von den bunten Fischen und den riesigen Seelöwen, bei deren Fütterung wir zugeschaut haben. Sicher nicht das beste Aquarium, in dem wir je waren (die oben genannten deutschen Aquarien oder das in Atlanta sind da schon wesentlich besser), aber ein netter, kindgerechter Zeitvertreib.
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| Anna streichelt einen Stachelrochen. |
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| Fische sind einfach faszinierend. |
Danach ging's dann 5 Minuten mit dem Auto weiter zum Seaport, wobei wir auf dem Weg noch kurz bei einem Seafood-Imbiss am Straßenrand halt gemacht hatten, wo wir frittierte Muscheln mit Pommes gegessen haben. Als wir dann am Seaport angekommen waren, hatte sich der Tag voll entwickelt und es war mittlerweile wieder richtig heiß und schwül geworden - irgendwie mag sich uns das Wetter in Connecticut bisher nicht von seiner lieblichen Seite zeigen. ;) Trotzdem haben wir uns das große Gelände mit Interesse angeschaut, auch ein paar der historischen Häuser und eins der ausgestellten Schiffe besichtigt. Highlight war aber sicher die Ausstellung über Walfang in einem der Museumsgebäude. Ich finde Walfang wirklich äußerst faszinierend, ohne ihn damit jetzt als positiv bewerten zu wollen. Aber das müssen schon Abenteuer gewesen sein, wenn man als Walfänger mehrere Jahre(!) mit dem Schiff unterwegs war und in aller Herren Länder (die Schiffe sind schon um 1850 bis Vladiwostok, in den Kongo oder nach Neuseeland gekommen!) Zwischenstopps eingelegt hat, bis der Laderaum endlich voll mit Walöl war. Unvorstellbar!
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| Ein bisschen Spaß muss sein. ;) |
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| Wir lassen uns den historischen Kramerladen erklären. |
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| Die Charles W. Morgan - das letzte Schiff der amerikanischen Walfangflotte. 1841 gebaut und immer noch seetüchtig! |
Irgendwann war dann aber die Luft raus, und am Ende sind solche Museumsdörfer auch immer relativ ähnlich, so dass wir uns entschlossen haben, lieber noch Downtown Mystic anzuschauen - zu Fuß etwa 10 Minuten vom Seaport weg. Dort haben wir dann erstmal ein paar Minuten an der Klappbrücke über den Mystic River warten müssen. Die macht einmal pro Stunde für ca. 10 Minuten auf, damit größere Schiffe hin und her fahren können - und wir mussten natürlich genau in diesem Zeitslot dort aufschlagen... Dann haben wir uns noch einen Eiskaffee geholt und im Schatten ein bisschen dem Treiben an der Brücke (die gleichzeitig das Ortszentrum darstellt) zugeschaut, während die Anna ein kleines Erschöpfungsschläfchen gehalten hat.
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| Schiffsverkehr auf dem Mystic River im Zentrum des gleichnamigen Ortes. |
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| Die Klappbrücke im Ortszentrum. Einmal pro Stunde wird aufgemacht. |
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| Mit Blick auf Ortszentrum und Brücke haben wir dann unsere Rast genossen. |
Gegen 16:00 war's dann endgültig genug, zuviel Hitze, zuviel Schwitzen - wir müssen an den Strand! Glücklicherweise ist ein Strand, der uns von unserer Vermieterin Kate empfohlen wurde, nur 20 Minuten von Mystic entfernt. Bei diesem Strand handelt es sich um den
East Beach von
Watch Hill, ein überaus mondäner Badeort, der quasi nur aus riesigen viktorianischen Villen besteht - eine der bekannteren Bewohnerinnen ist wohl Taylor Swift (ohne, dass ich jetzt weiß, wer das genau ist...). Das Coole ist aber: Obwohl die Gegend so exklusiv ist, kann man bis zu 2 Stunden kostenlos im Ort parken, und auch der Strand ist öffentlich und vollkommen kostenfrei (also kein State Park und auch kein kommerzieller Privatstrand oder ähnliches). Und, was soll man sagen? Das war definitiv einer der schönsten Strände, die wir an der Ostküste bis jetzt gesehen haben, und das Wasser war quasi perfekt (vielleicht 20-22 °C, nicht zu warm, nicht zu kalt) und trotz relativ starkem Wellengang glasklar und blau. Tatsächlich viel schöner als im Hammonasset State Beach vor kurzem. Auch der Sand war nicht ganz so fein, sondern perfekt gekörnt - und weil es zwar warm, aber relativ bewölkt war, war er auch nicht zu heiß. Einfach angenehm, was am Ende sogar die Anna mit dem Thema "Strand" versöhnt hat. Am Ende wollte sie gar nicht mehr aufhören, herumzulaufen, und auch die Angst vor der Brandung hat relativ stark abgenommen. :)
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| Der unscheinbare Eingang zum East Beach von Watch Hill. |
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| Anna hat sich kurz im Wasser erfrischt und checkt jetzt die Lage. |
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| Gleich wieder zurück zum Meer! |
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| Strandidylle mit Leuchtturm. |
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| Das Haus von Taylor Swift. |
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| Das Ocean House, ein Fünf-Sterne-Diamant-Hotel, und das beste Hotel von Rhode Island. |
Gegen 18:00 war's dann genug, und wir haben uns auf den 2-stündigen Heimweg gemacht. Auf dem Weg noch kurz ein Stop by Wendy's (was anderes ist leider nicht mehr hergegangen), gegen 19:30 ist die Anna eingeschlafen, und gegen 21:00 waren wir dann nach einem tollen, abwechslungsreichen Tag wieder daheim.
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