Mittwoch, 24. August 2016

Geschichten aus dem Alltag: Lebensmittel

Endlich habe ich mal daran gedacht, zum alltäglichen Einkaufen den Fotoapparat mitzunehmen, denn mein Telefon macht mir keine zufrieden stellenden Fotos mehr. Jeden Tag gehe ich hier natürlich nicht einkaufen - erstens hat der Michi ja meistens das Auto, um in die Arbeit zu kommen, und zweitens sind die Mengen die man hier einkaufen kann, einfach für mehrere Tage völlig ausreichend.
Wer meint, hier gibt es nur Chlorhendl und Genmais, der wird schnell eines Besseren belehrt. Wie meistens: Wenn die Amis was machen, dann gleich gescheit und groß! Ein super Beispiel ist der Supermarkt, in dem ich am liebsten einkaufe, der Whole Foods in Hadley. Das ist ein (natürlich) riesiger Laden in dem vorwiegend organic (also Bio) Sachen verkauft werden. Was ich super finde: Dort bekommt man vorwiegend lokale Produkte und es gilt nicht nur "Hauptsache Bio", egal ob der Apfel dafür aus Neuseeland anreisen muss. Hier mal ein paar Eindrücke:
Die Gemüseabteilung ist allein so groß wie der halbe Furti (der Anzinger Edeka).
Wie schon gesagt, alles Bio und meistens lokal angebaut.
Die Weinabteilung kann sich auch sehen lassen.
Home sweet Home.

Hier in Northampton selber gehen wir am liebsten zum Big Y. Das ist ein eher lokale Kette, es gibt auch eine super Auswahl. Das Besondere an dem hier ist, dass dieser mit der UMass-Farm zusammen arbeitet und auch deren Gemüse dort verkauft.
Eingang.
Alles lokales frisches Gemüse. :)
Eines mir ziemlich schnell klar geworden hier: Würde ich dauerhaft hier leben, würde ich ziemlich faul werden. Warum?

1. Insbesondere Lebensmittel Geschäfte haben hier 7 Tage geöffnet.

Nicht, dass ich mir das für zu Hause unbedingt wünschen würde, aber zugegeben, es ist schon ziemlich angenehm, ohne jeden Stress, an einem Sonntag Nachmittag nach einem Ausflug noch schön mit der Familie seinen Wocheneinkauf zu erledigen, sich in aller Ruhe das super Steak für den Abend auszusuchen und fertig.

2. Die Menge machts

Als nach meinem ersten Einkauf mit den typischen Grundzutaten, die man eben immer im Haus haben mag (Milch, Eier, Brot, Obst etc.) der netter Kassierer ca. 50 Dollar von mir haben wollte, dachte ich erstmal - ok, bin ich hier in Schweden? Dann ist mir aber aufgefallen, welche Mengen man hier normal kauft. Butter wird z.B. 450g-weise verkauft, genau so habe ich schnell die Vorzüge festgestellt nur noch einmal in der Woche frische Milch kaufen zu müssen. Warum? Es gibt sie in der Regel gallonenweise (3,8 Liter).

3. Fertiges Essen ist nicht viel teurer als selbst zu kochen

Und das ist der wichtigste Punkt. Gleich am ersten Tag hier, als wir mit Paul und Gladys beim Essen waren, hat mich Paul gefragt ob ich selber koche. Ich dachte nur, ja klar natürlich, außerdem mache ich das sehr gerne und behaupte mal, dass ich das auch ganz gut hinbekomme. Ich fand die Frage deswegen interessant und sie ist mir auch nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Jetzt nach einigen Wochen hier verstehe ich auch wieso. Man muss hier einfach nicht selber kochen. Jeder Supermarkt bietet supergute Frischetheken an, vom Salat zur Suppe, Hauptessen und und und, alles ist frisch, heiß und wirklich gut! Das Interessante ist aber, dass das Essen wirklich nicht viel teurer ist, als wenn ich es selber kochen würde. Und mittlerweile greife ich auch gern mal auf so ein Angebot zurück - heute gabs zum Mittagessen für Anna und mich zum Beispiel richtig guten Corn Chowder.
Und da gibt es noch einige andere Sachen auf die ich mich noch freue, sie zu verkosten. :)

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