Donnerstag, 4. August 2016

Ein Besuch im Harvard Forest

Heute hat mich Paul zu einer ganz besonderen Sache mitgenommen, und zwar zum 24th Annual Student Symposium, das jährlich als Ergebnis bzw. Abschlussveranstaltung für das Harvard Forest Summer Research Program in Ecology durchgeführt wird. Das Ganze läuft grundsätzlich so ab: Aus den ganzen USA bewerben sich hunderte oder gar tausende von Undergrad-Studenten (das entspricht in Deutschland Studenten, die noch keinen ersten Abschluss, z.B. Bachelor, erreicht haben), um an diesem 11-wöchigen Studenten-Forschungsprojekt, das in den Sommerferien statt findet, teilnehmen zu dürfen. Das Programm ist nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil der Harvard Forest - wie der Name schon sagt - ein Studienwald der weltberühmten Harvard University ist, die bei eigentlich allen Uni-Rankings regelmäßig unter die 3 besten Universitäten der Welt gewählt wird. Und die Harvard-Uni hat eben zwischen Boston und Amherst einen eigenen Studienwald mit kleinem Außeninstitut, wo wegweisende Forschung im Bereich der Forstwissenschaft betrieben wird. Schönerweise ist das Institut wochenends auch für öffentlichen Besucherverkehr geöffnet und beherbergt neben ein paar Wanderwegen auch ein kleines Museum mit liebevoll gestalteten Dioramen über Wald und Forstwesen in Massachusetts.

Auf dem Symposium im der Harvard Field Station. Ich war relativ weit vorne gesessen, insgesamt waren sicher ca. 50 Personen im Publikum.
Jedenfalls werden jedes Jahr aus den unzähligen Bewerbern ca. 25 Studenten ausgewählt, die eingeladen werden, an diesem Sommer-Programm teilzunehmen. Das Ganze wird vollumfänglich bezahlt und macht sich natürlich ausgezeichnet im Lebenslauf. Entsprechend formell (für amerikanische Verhältnisse) geht es dann auch zu, entsprechend hochqualitativ sind dann  auch die Vorträge. Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, an dieser Veranstaltung teilnehmen zu dürfen und dabei nicht nur viel über das amerikanische (Elite-)Bildungswesen, sondern auch über das Zusammenspiel von Wald, Gesellschaft und Klimawandel zu erfahren. Ein zusätzliches Schmankerl war dann noch die Verpflegung: So gab es mittags frisch gegrilltes Roastbeef (zartrosa-medium) mit ebenso frisch geröstetem Knoblauchbrot und abends frisch gegrillte Burger - jeweils garniert mit verschiedensten Salaten. Da lässt Harvard sich nicht lumpen. ;)

Und zuletzt ist auch die Anreise zum Harvard Forest eine schöne Sache, fährt man doch weitestgehend durch die "Wildnis" von Massachusetts am Nordrand des riesigen Quabbin Reservoirs entlang, das nicht nur das größte Binnengewässer des Staates ist, sondern auch die Trinkwasserversorgung von Boston. Was wiederum dazu führt, dass einige Kilometer außenrum nichts gebaut werden darf, und die Landschaft weitestgehend sich selbst überlassen wird. Wirklich sehr schön! Ich hab versucht, den Ausblick am ein oder anderen Aussichtspunkt, an dem wir angehalten haben, photo-technisch einzufangen, aber Weite lässt sich oft nur schwer angemessen photographieren...

Panorama der Landschaft rund ums Quabbin Reservoir.



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